Garage42 Möbeldesigns

Die ersten Fräsworkshops in der Nachbarschaft haben stattgefunden, die ersten Fräserfahrungen sind gemacht und alle haben Lust auf mehr.
Und jetzt?
Jetzt brauchen wir ein paar schöne Möbeldesigns um zu beweisen, dass wirklich jeder selber Möbel fräsen kann! Aber die Auswahl geeigneter Möbelprojekte ist doch schwieriger als gedacht…

Auswahl der ersten Möbeldesigns

Nachdem die ersten Workshops „Nachbarn fräsen Nebenan“ gut gelaufen sind, ist es an der Zeit die zweite Stufe zu zünden: wir brauchen jetzt richtige Möbelprojekte!

Man könnte es sich jetzt leicht machen, und wahllos irgendwo irgendein CNC-Möbelfräsprojekt runterladen. Aber ist das unser Stil? Mitnichten.
Die ersten Möbelbauprojekte werden unter sehr speziellen Randbedingungen stattfinden – das sollte man bei der Auswahl des Projekts berücksichtigen.

Außerdem wollen wir auch nicht irgendein Möbelprojekt umsetzen – es soll schon etwas besonderes sein, worauf die Workshop-Teilnehmer richtig Lust haben.

Wir sollten uns auch über unsere Ziele klar werden:

  • Das Möbelstück soll schön sein – möglichst ein Design Klassiker
  • Wir wollen ein echtes Möbelstück bauen, kein Nippes
  • Die Herstellung der Bauteile soll mit der Shaper Origin in zwei bis drei Stunden zu erledigen sein
  • Das benötigte Material soll in jedem Baumarkt erhältlich sein.
  • Der Bau des Möbelstücks soll mit wenig Werkzeug in einer kleinen Werkstatt möglich sein.

Mit diesen Zielen haben wir uns gleich einige Probleme eingehandelt:

  • Ein echtes Möbelstück wäre sowas wie Tisch, Stuhl, Bett, Regal, Schrank, Sideboard.
    Das klingt schon recht ambitioniert wenn man nur zwei bis drei Stunden Zeit hat.
  • Eine Einschränkung der Shaper Origin ist, dass manche Fräsarbeiten ihre Zeit brauchen: in nur zwei bis drei Stunden kann man keinen Stapel dicker Sperrholzplatten fräsen. Damit: kein Bett, kein Regal, kein Schrank, kein Sideboard.
  • Wenig Werkzeug heißt, dass wir möglichst viele Arbeitsschritte mit unserer Fräse erledigen müssen.

Um diese Probleme zu lösen haben wir folgende Möglichkeiten:

  • Will man keine Platten fräsen, dann wären Möbel aus Kanthölzern eine gute Wahl
  • Will man keine Platten fräsen, dann wäre der Zuschnitt im Baumarkt eine Option. Allerdings ist zu beachten, dass der nette Mitarbeiter an der Kreissäge im Baumarkt leider keine Zuschnitte macht die schmäler als 10 cm sind.

Überleg, überleg.
Recherchier, recherchier.
Nachdenk, nachdenk.

And the winners are …

Ulmer Hocker (z.B. hier bei ShaperHub)

Der Ulmer Hocker – ein universell einsetzbarer, schlichter Design-Klassiker

Für den Ulmer Hocker spricht:

  • Ein schönes Objekt, und zudem ein nützliches Möbelstück
  • Das Material: im Baumarkt erhältlich, kann dort zugeschnitten werden
  • Die Fräsarbeiten: lediglich Fingerzinken, Löcher und eine Aussparung am Fuß

Um den Aufwand gering zu halten, weichen wir vom Originaldesign ab, und verzichten für die erste Version auf die Kufe aus Buchenholz.

24 Euro Chair (das Original nur hier bei Hartz IV Möbel)

Skizze des 24 Euro Chair – mit seinen zahlreichen Einzelteilen…

24 Euro Chair – der Bauhaus-inspirierte DIY-Klassiker von Van Bo Le-Mentzel.
Ich musste nicht lange überlegen, um mich für den 24 Euro Chair zu entscheiden – es war Liebe auf den ersten Blick. Aber ganz ehrlich: etwas Bammel habe ich schon vor der Herstellung dieses Sessels mit der Fräse.

Die Konstruktion sieht auf den ersten Blick recht simpel aus, aber ich ahne, dass es nicht einfach werden wird. Insbesondere die Verbindungen könnten eine Herausforderung werden, je nachdem welche Ansprüche man hat.
Aber hey – man wächst ja mit den Herausforderungen. Challenge accepted!

Außerdem: Beim Herunterladen des Bauplans habe ich versprochen dass ich ein Foto und einen Bericht vom Bau des Sessels schicken werde. Aus der Nummer komme ich jetzt nicht mehr raus.

Der Form halber schiebe ich hier noch ein paar rationale Gründe nach, die für den 24 Euro Chair sprechen:

  • Ein schlichter, schön anzuschauender Design-Klassiker
  • Das Material: ich habe mich für die Variante aus Kanthölzern entschieden – selbige sind in jedem Baumarkt zu bekommen
  • Die Fräsarbeiten: beschränken sich auf Fingerzinken, Löcher und kleine Taschen – das sollte theoretisch schnell von der Hand gehen.

Damit sind die ersten zwei Möbeldesigns identifiziert – jetzt geht es an die Arbeit!

Garage42 powered by Kulturator

Das Projekt Garage42 ist unter das Dach der Gute-Dinge-Stiftung Kulturator geschlüpft. Damit ist das Projekt jetzt gemeinnützig und kann gefördert werden!

Die Vorstände des Kulturators: Max und Johannes

Das Projekt Garage42 lief bislang einfach so in „Privatregie“, doch langsam bekommen auch finanzielle Fragen immer mehr Gewicht.
Die derzeit drängendste Frage: Wie kann eine Workshop-Fräse finanziert werden? Oder in die nähere Zukunft gedacht: wie kann man weitere Kursleiter gewinnen, und dann deren Honorare bezahlen?

Fördermittel gibt es ja für alles Mögliche, so dass es kein Problem sein sollte, Förderer für eine gute Idee wie Garage42 zu finden. Der Haken dabei: Fördermittel gibt es in der Regel nur für gemeinnützige Organisationen, und Garage42 ist bislang eben nur eine private Initiative.

Man könnte sich jetzt in das Abenteuer einer Vereinsgründung stürzen, und dabei erst mal für einige Monate in den Paragraphendschungel abtauchen.

Oder man geht einfach rüber in die Thalkirchnerstraße, und spricht mit den netten Gründern von Kulturator – der Gute-Dinge-Stiftung für alles mögliche (… und das ist keine Übertreibung).

Der Kulturator ist eine ziemlich geniale Erfindung: es ist eine Stiftung, die gute Ideen unbürokratisch in gemeinnützige Projekte verwandelt. Der Kulturator versammelt so unterschiedliche Projekte wie internationale Hilfsprojekte (Nepal, Ukraine, Uganda, …), aber auch Tanzprojekte für Senioren, Förderung von Zwischennutzungen und Projekten im öffentlichen Raum, … die Liste der guten Ideen ist lang.

Diesen organisatorischen Stiftungs-Geniestreich haben wir Max und Johannes zu verdanken. Die beiden waren so nett, nun auch das Projekt Garage42 unter das Dach des Kulturators schlüpfen zu lassen. Dabei stehen sie auch noch organisatorisch und mit Rat und Tat zur Seite.

Das ist ein wichtiger Schritt für Garage42, und ich freue mich schon auf die weitere Zusammenarbeit!

Für alle Freunde des Projekts Garage42 heißt das nun: ab sofort kann für das Projekt gespendet werden!

Spendenkonto:
IBAN: DE26 4306 0967 8235 3925 00
BIC: GENODEM1GLS
Vewendungszweck:
Kulturator Stiftung – Projekt Garage42

Und während ihr vielleicht noch überlegt, wie viel ihr spenden wollt, stelle ich schon einen Förderantrag nach dem anderen.

Für alle Spender noch zur Beruhigung: Max und Johannes vom Kulturator werden für alle Spenden mit kritischem Blick prüfen, ob auch wirklich jeder investierte Euro den Zielen des Projekts Garage42 dient.

Ich hoffe, dass ich hier schon bald mehr über einlaufende Förderungen und Spenden berichten kann.