Garage42 beim KOSMOS Chemnitz 2024

Am 8.6.2024 geht Garage42 auf Reisen: es geht zum Garagen-Workshop beim KOSMOS Chemnitz 2024.
Chemnitz?
Garage42 ist doch ein Münchener Projekt, warum jetzt Chemnitz?
Beim KOSMOS Chemnitz wird der Start des Projekts #3000Garagen stattfinden.
Thematisch also für Garage42 ein Volltreffer, und damit ein guter Grund sich mit einer etablierten Garagen-Community zu vernetzen!

Schlossteichinsel Chemnitz, Schauplatz des KOSMOS 2024
Foto: Kora27, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license

Garage42 ist nicht nur ein Werkstattprojekt, sondern vor allem auch ein Community-Projekt. Daher halten wir ständig die Augen offen, um uns mit weiteren Initiativen mit ähnlichen Zielen zu vernetzen.

Und so wurden wir schon letztes Jahr auf das Projekt #3000Garagen in Chemnitz aufmerksam. Chemnitz wird sich 2025 als die Kulturhauptstadt Europas feiern, und hat dafür eine Reihe von Projekten gestartet.
Beim Projekt #3000Garagen soll die langjährige Geschichte der Garagenkultur in den östlichen Bundesländern aufgegriffen und neu belebt werden. Thematisch also ein Volltreffer, so dass es nahe lag Kontakt aufzunehmen.

Doch wie können Münchner Garagen und Werkstätten bei den Feierlichkeiten in Chemnitz mitwirken? Über dieser Frage sind wir noch am Grübeln. In der Zwischenzeit starten wir schon mal mit einer kleinen Kooperation beim KOSMOS Chemnitz 2024. Der KOSMOS Chemnitz ist ein Festival für Demokratie, eine Plattform für Diskussionen, und nicht zuletzt ein großes Kulturfestival mit viel Musik und Events mitten in Chemnitz.

Garage42 wird zusammen mit Uwe Bodenschatz die mobile KOSMOS-Garage mit einem Workshop bespielen. Details werden hier noch nicht verraten – kommen sie doch einfach am 8.6.2024 zwischen 12:00 und 18:00 in die KOSMOS-Garage auf der Schlossteichinsel in Chemnitz vorbei … oder lesen sie demnächst hier den KOSMOS 2024 Bericht!

Meet&Make Workshop „Ulmer Hocker“ im FabLab München

Das Konzept zum Fräs-Workshop „Ulmer Hocker“ ist fertig! Ein erster Testlauf im FabLab München zeigte, dass der Workshop schon recht passabel funktioniert, wenn auch noch mit Verbesserungspotential.

Ulmer Hocker Bauteile Fräsen
Fräsen der Ulmer Hocker Bauteile: FabLab Mitglied Nummer 1 bei der Arbeit

Donnerstag Abend im FabLab München: drei FabLab-Mitglieder haben sich eingefunden, um am „Meet & Make Ulmer Hocker“ teilzunehmen. Das Kursformat „Meet & Make“ im FabLab München ist eine tolle Sache: man trifft sich zu einem bestimmten Thema, bastelt miteinander, tauscht sich zum Thema aus und kommt dabei häufig auf ganz neue Ideen. Der Clou dabei: FabLab-Mitglieder sind DIY-Experten und bringen daher reichlich Wissen und Praxis-Erfahrung mit, so dass es immer etwas neues voneinander zu lernen gibt.

Unser Thema war also „Ulmer Hocker mit der Shaper Origin fräsen, und angesprochen waren FabLab-Mitglieder mit Shaper Origin Erfahrung. Dabei galt es herauszufinden, ob dieser Kurs funktionieren kann, und wieviel Spaß man dabei hat.

Nach einer kurzen Besprechung zum Ablauf ging es auch schon los: Begutachtung und Markieren des Materials, Aufbau des Arbeitsplatzes und Vorbereitungen zum Fräsen.

Ulmer Hocker Bauteile Fräsen
FabLab Mitglied Nummer 2 bei der Arbeit

Als Hilfestellung für die Fräsvorgänge diente eine einseitige, bebilderte Fräsanleitung.

Ulmer Hocker Anleitung
Ulmer Hocker Fräs-Anleitung … wo sind die Fehler?

Im Kursverlauf stellte sich heraus, dass die Anleitung noch einige kleine Fehler enthielt. Damit hatte sich das Meet&Make also schon gelohnt, denn eines der Ziele war auch das Finden von Unstimmigkeiten im Kurskonzept.

Ulmer Hocker Bauteile Fräsen
FabLab Mitglied Nummer 3 bei der Arbeit

Das Fräsen der Bauteile lief sehr reibungslos – kein Wunder, denn alle Teilnehmer waren routinierte im Umgang mit der Shaper Origin. Das Ergebnis: drei sehr sauber gefräste Bauteile, aus denen sicher einen bildschönen Ulmer Hocker entstehen wird.

Ulmer Hocker Bauteile
Die fertig gefrästen Bauteile des Ulmer Hockers

Das erste Fazit: die geplante Kursdauer von 2,5 Stunden hat gerade so gereicht, was für einen Feierabend-Workshop fast schon zu lange ist. Alle Teilnehmer waren sich daher am Ende des Workshops einig, dass man die Abläufe an manchen Stellen beschleunige könnte um den Kurs kompakter zu machen. Hier werden noch weitere Praxis-Tests nötig sein, um herauszufinden wo noch Fräs-Zeit eingespart werden könnte.

Ulmer Hocker Bauteile Montage
Montage der Bauteile des Ulmer Hockers

Inhaltlich hat der Workshop sehr gut funktioniert: die Teilnehmer bekamen lediglich einige Hinweise und Tipps zur Herstellung des Hockers. Danach haben sie die genaue Vorgehensweise selbständig miteinander diskutiert, und im Wechsel gefräst.

Ulmer Hocker
Drei FabLab Mitglieder fräsen knapp drei Stunden: fertig ist der Ulmer Hocker

Insgesamt ist das Fazit zum „Meet & Make Ulmer Hocker“: es war ein unterhaltsamer, lehrreicher und produktiver Abend für alle Beteiligten. Der produzierte Ulmer Hocker kann sich sehen lassen und ist gleichzeitig ein besonderes Unikat: ein Hocker,
der in nur drei Stunden durch drei Maker gefräst wurde. Auf diesem Wege nochmal danke an die FabLab Mitglieder für die Teilnahme, das Feedback und die guten Ideen!

Nachbarschafts Fräsen-Workshop die Zweite

Am 25. Februar 2023 fand ein zweiter Fräsen-Workshop in der Nachbarschafts-Werkstatt in der Münchner Au statt. Die Nachbarn waren wieder begeistert und mit viel Spaß bei der Sache.

Und wieder rollere ich mit der Fräse durch die Au – diesmal ist es ein kalter, aber sonniger Februartag – zum Glück ohne Schnee, denn ich besitze keinen Transportschlitten für das Workshop-Zubehör.

Auch dieses mal werde ich schon in der Nachbarschafts-Werkstatt in der der Au erwartet – inzwischen kennt man sich ja schon vom ersten Workshop. Die Vorbereitung des Workshops geht mir diesmal schnell von der Hand – man könnte es schon fast Routine nennen.

Und schon treffen die ersten Nachbarn ein. Die Teilnehmerrunde ist wieder bunt gemischt: neben zwei Nachbarn ohne Fräs-Erfahrung sind heute auch zwei Küchenbauprofis zu Gast, die allerdings noch nicht mit einer CNC-Oberfräse gearbeitet haben.

Wir starten mit der allgemeinen Einführung ins Oberfräsen, machen uns dann mit der „Magie“ der Shaper Origin vertraut und gehen schließlich miteinander die Schritte zum Vorbereiten des Fräsens durch.

Dann geht es ans Fräsen – Freiwillige vor! Alle sind etwas zögerlich, doch mutig ergreift die erste Nachbarin die Initiative. Nach kurzer Eingewöhnung scheint das fräsen sichtlich Spaß zu machen, und die beiden Küchenbauer warten etwas hibbelig auf ihren ersten Fräseinsatz.

Alle haben viel Spaß beim Fräsen – sogar die Zuschauer

Nach zwei Stunden Theorie und Praxis mit der Oberfräse sind wie schon beim ersten Workshop alle begeistert: von der Fräse, von den Möglichkeiten, und von den eigenen Fähigkeiten.

Insgesamt war es also wieder ein gut gelungener Kurs, und nun grübeln schon alle, was das erste „echte Möbelprojekt“ mit der Shaper Origin sein könnte.

Nachbarschafts Fräsen-Workshop Premiere

Am 4. Februar 2023 fand der erste Fräsen-Workshop in der Nachbarschafts-Werkstatt in der Münchner Au statt. Für eine Workshop-Premiere lief alles erstaunlich rund – mit nur einer kleinen Panne. Doch sogar die Panne war für alle lehrreich.

Gemeinsames Fräsen in der Nachbarschaftswerkstatt in der Münchner Au

Endlich ist es soweit: der Workshop „Nachbarn fräsen Nebenan“ rollert auf meinem Trolley durch schöne Münchner Au! Nach dem Schauplatz des Workshops brauche ich nicht lange zu suchen – die erste Workshop-Werkstatt ist gleich bei mir ums Eck. Ich klingle, die Tür geht auf, und ich rollere ratternd mit meinem Workshop-Trolley über die schönen historische Bodenfliesen zum Hinterhof.

Im Hinterhof sehe ich schon die zwei schönen großen Gemeinschaftsräume – einer davon wird der Schauplatz des ersten Nachbarschafts-Fräsen-Workshops sein. Zwei Nachbarn stehen schon erwartungsvoll bereit und unterstützen mich beim Aufbau.

Dann geht es auch schon los: wir sind eine Runde von fünf Hobbybastlern – mich mitgezählt – jeder mit etwas unterschiedlichem Bastler-Hintergrund. Da gibt es zwei Heimwerk-Profis mit reichlich Werkzeugerfahrung, aber auch zwei Teilnehmer mit keinerlei Fräs-Erfahrung. Gut für mich, denn so kann ich gleich herausfinden, ob der Workshop auch für ungeübte Bastler funktioniert.

Wir besprechen zunächst die Schwierigkeiten beim traditionellen fräsen mit der Oberfräse, aber ich merke schon: alle sind gespannt auf die Shaper Origin Fräse. Kurz erkläre ich „die Magie“ der Fräse, bevor wir uns die Maschine dann in Aktion ansehen: im „Aircut“-Modus können die Kursteilnehmer das Funktionsprinzip der Shaper Origin Fräse gut beobachten.

Kleinere Probleme beim Fräsen des letzten Bauteils

Bevor wir jedoch den Praktischen Teil des Kurses starten, vermittle ich noch kurz die „Fräs-Etikette“, gefolgt von den obligatorische Sicherheits-Einweisung. Doch dann geht es auch schon los! Gehörschutz und Schutzbrille angelegt, Staubsauger an- und Fräse eingeschaltet, und schon fräst der erste Nachbar ein Teilstück eines kleinen Werkzeugkastens.

Besonderen Spaß macht den Teilnehmern offensichtlich der „Auto-Modus“ der Fräse. Wenn sich die Spindel wie von Geisterhand von selbst bewegt, dann zaubert das jedem der Kursteilnehmer ein Lächeln ins Gesicht. Tja, Hobbybastler lieben halt cooles Werkzeug…

So wird zügig ein Bauteil nach dem anderen gefräst … doch plötzlich … was ist das? Die Fräse ruckelt! Warum funktioniert die Magie nicht mehr?

Schnell ist das Problem gefunden: wir haben die Teile nicht der Reihe nach von unten nach oben gefräst. Daher haben wir uns die Shapertape-Klebestreifen kaputt gefräst, wodurch sich die Fräse nicht mehr orientieren konnte.

Durch zwei Shapertape-Klebestreifen ist das Problem schnell behoben. Dabei wird den Kursteilnehmern auch nochmal klarer, wie sich die Fräse auf dem Material orientiert.

Und so halten am Ende des Workshops die Teilnehmer stolz ihren ersten selbst gefrästen Werkzeugkasten in den Händen.

Insgesamt also ein Kurs mit Happy End: die Teilnehmer haben die Fräse mit ihren Möglichkeiten kennen gelernt, ich habe vier Hobbybastler aus meiner Nachbarschaft kennen gelernt, und als Kursleiter weiß ich jetzt, dass das Kursformat wie geplant funktioniert. Die nächsten Kurse in anderen Münchner Nachbarschaftswerkstätten können also kommen!

Workshop Vorbereitungen (3)

Morgen geht es los: der erste Fräsen-Workshop findet in der Nachbarschaftswerkstatt in der Au statt. Die Ausrüstung ist komplett … es fehlen nur noch zwei Kleinigkeiten: die Fräse und die Nachbarn.

Der Nachbarschafts-Fräsen-Workshop in zwei Beutel verpackt

Wie zuletzt hier und hier berichtet gab es ja einiges für den Fräsen-Workshop in der Nachbarschaft vorzubereiten. Umso erstaunlicher kommt es mir jetzt vor, dass der gesamte Workshop tatsächlich in zwei kompakte Beutel passt.

Das ist natürlich leicht verkürzt dargestellt: der technische Hauptdarsteller – die Fräse – muss sich morgen noch vom FabLab München aus auf den Weg machen. Und wenn dann noch wie geplant alle fünf Kursteilnehmer dazustoßen, dann kann man eigentlich erst von einem Workshop reden.

Lassen wir uns also überraschen, wie der erste Nachbarschafts-Fräsen-Workshop in der Geschichte Münchens laufen wird. Mehr dazu demnächst hier im Blog.

Workshop Vorbereitungen (2)

Die letzten Vorbereitungen zum ersten Nachbar-Fräsworkshop sind nahezu abgeschlossen. Es gab noch einiges an der Präsentation aufzuhübschen, und es musste auch noch eine Lösung für den Anschluss eines Staubsaugers an die Origin gefunden werden.

Workshop-Präsentation

Die Herausforderung bei der Workshop-Präsentation bestand darin, dass ich möglichst anschauliche Erklärung finden musste, worin sich eine Shaper Origin Fräse von einer herkömmlichen Oberfräse unterscheidet.
Die Zielgruppe des Workshops sind schließlich Hobbybastler und keine Werkzeug-Experten. So waren möglichst klare Beispiele gefragt, die deutlich zeigen sollen, worin genau die Schwierigkeiten beim Fräsen mit der Oberfräse bestehen.

Die Workshop-Präsentation beschreibt daher eine Hand voll aussagekräftiger Fräs-Szenarien. Ein paar handgemachte Illustrationen vermitteln zusammen mit den wichtigsten Stichpunkten die Problemstellungen beim Fräsen mit der Oberfräse.

Präsentations-Slide zu Grundlagen „Oberfräse“

Zur Shaper Origin wird die Präsentation dagegen nur wenig Information enthalten.
Die Fräse wird in der Live-Demo quasi „für sich selbst sprechen“ – denn schließlich ist es ein Praxis-Workshop.

Präsentations-Slide zur Shaper Origin Fräse

Staubsaugeranschluss per osVAC

Ursprünglich wollte ich für den Anschluss der Shaper Origin an einen Staubsauger eine eher pragmatische Lösung wählen: einfach den Staubsaugerschlauch irgendwie (mit Klebeband) an die Origin hinfummeln. Das hätte sicher funktioniert, aber ich bin diesmal zufällig richtig im Internet abgebogen, und habe eine sehr geniale Lösung gefunden: osVAC.

Die offene Werkstatt „Hobbyhimmel“ in Stuttgart hat mit dem Projekt osSso eine Reihe interessanter Open Hardware Projekte auf den Weg gebracht: osSHELF, osVAC, osCLEAN, osBOX, osTRAY, osWALL. Allesamt Projekte, die zum Ziel haben ein OpenSource-System für Sauberkeit und Ordnung für Offene Werkstätten zu etablieren.

Webpage des Projekts „osSso“ (Hobbyhimmel Stuttgart)

Das Teilprojekt osVAC befasst sich dabei mit dem Problem der zahllosen unterschiedlichen Anschlüsse bei Staubsaugern. Die Leute vom Hobbyhimmel hatten offenbar bei ihrer eigenen Staubsauger-Flotte irgendwann die Nase voll (vermutlich voll von Holzstaub). Sie begaben sich auf die Suche nach einer vernünftigen Lösung, wie man all diese Staubsauger unter einen Hut bringen könnte.
Herausgekommen ist ein cleveres Set von Universal-Adaptern für Staubsauger und
Elektrowerkzeuge mit Staubsaugeranschluss. Diese Adapter können leicht als 3D Druck hergstellt werden – vorausgesetzt man hat einen 3D Drucker griffbereit.

Ich habe nicht lange gebraucht, um zu verstehen, dass diese Lösung genau das
ist was für Garage42 gebraucht wird: Ich werde meine Workshops in den verschiedensten Nachbarschafts-Werkstätten halten. Jede Werkstatt wird ihr eigenes Staubsaugermodell haben. Ich würde vermutlich wahnsinnig werden, wenn ich jedes mal wieder überlegen müsste, wie ich die Origin an das siebzehnte Staubsaugermodell angeschlossen bekomme.

Mit dem osVAC-System kann ich dieses Problem elegant lösen:

  • Zuerst baue ich mir einen Absaugschlauch mit osVAC-Standard-Anschlüssen.
  • Danach brauche ich noch einen Adapter für die Shaper Origin (den es dankenswerterweise bereits bei Thingiverse gibt).
  • Zuguterletzt brauche ich zukünftig dann nur noch einen kleinen Adapter für jeden Werkstatt-Staubsauger.
osVAC Adapter (von links nach rechts: Schlauch-Adapter, Staubsauger-Adapter, Shaper Origin Adapter)

Wenn es gut läuft, dann habe ich nach den ersten paar Workshops bereits eine Auswahl an Adaptern, so dass ich für die kommenden Workshops bereits gut vorbereitet bin.

Also: dem Hobbyhimmel sei dank für das geniale Projekt osVAC – das Staubsaugerproblem des Garage42-Workshops ist gelöst!

Jetzt kann der erste Workshop kommen!

Workshop Vorbereitungen (1)

Die Vorbereitungsphase zum ersten Nachbarschafts-Fräsworkshop läuft! Doch bevor der erste Workshop stattfinden kann, gibt es für mich noch einiges zu erledigen.

Testlauf für den Workshop-Arbeitsplatz

Gedanklich war mir der Inhalt des Workshops „Nachbarn fräsen Nebenan“ ja schon länger klar, aber einige Details waren doch noch im im Fluss.
Da wäre zum Beispiel die Frage: welche Voraussetzungen muss die Werkstatt für den Kurs erfüllen?
Und dann noch die Frage des Fräsprojekts: welches Objekt sollen die Teilnehmer im Kurs herstellen?
Solche Fragen klärt man am Besten durch konkrete Experimente in der Werkstatt.

Anforderungen an die Workshop-Werkstatt

Ich gebe zu: meine Methode bei der Vorbereitung eines neuen Workshops ist schon recht merkwürdig. Typischerweise baue ich mir zunächst ein grobes, theoretisches Konzept. Irgendwann wird mir das alles zu theoretisch, und in mir wächst das Verlangen nach praktischen Tests. Dann packe meine ganze Ausrüstung, und gehe damit in die Werkstatt – in diesem Fall ins FabLab München.

In der Werkstatt vollzieht sich dann ein interessantes Schauspiel: ich beginne probehalber meinen Kurs, und erkläre mir dabei selber was ich gerade mache.
Ich bin dabei gleichzeitig Kursleiter und kritischer Kursteilnehmer. Am Anfang bin ich als Kursleiter sehr souverän, alles läuft nach Plan, und ich erkläre mir schlüssig einen Schritt nach dem anderen … aber dann beginnen schnell die Probleme.

Beispiel:

  • Kursleiter Ich: „So, zunächst legen wir hier ein paar Opferplatten aus, und kleben dann das Material darauf fest. Die Fräse positionieren wir dann hier unten, weil … “
  • Kursteilnehmer Ich: „Da unten ist ja gar kein Platz für die Fräse, die kippelt doch am Rand des Tisches!“
  • Kursleiter Ich: „Ja, mist. Dann machen wir das andersrum.“
  • Kursteilnehmer Ich: „Ja, aber da oben ist dann die Zwinge im Weg.“

Und so geht das dann die ganze Zeit – ein sehr lustiges Schauspiel.

Anderes Beispiel:

  • Kursleiter Ich: „Es reicht vollkommen, wenn wir das Werkstück festkleben.
    Da kann nichts verrutschen“
    Sprachs, fräste das Werkstück schief und schaute verdutzt.
  • Kursteilnehmer Ich: „Aha – da kann also nichts verrutschen…“
Meine These: missglückte Beispiele aus dem echten Leben sind die besten Anschauungsobjekte.

Um es kurz zu machen: meine Probeläufe haben schon ergeben, dass die Anforderungen an die Kurs-Räumlichkeiten minimal sein werden:
ein Tisch, gutes Licht, ein Strom- und ein Staubsaugeranschluss.
Auch das Kursmaterial kann ich relativ minimal halten: die komplette Kurs-Ausrüstung wird wohl auf einen Trolley passen, so dass der Kurs damit auch mobil wäre. Das ist ideal, weil ich damit den Kurs in den verschiedensten Nachbarschaftswerkstätten in München anbieten kann.

Anforderungen an das Workshop-Fräsprojekt

Das Design eines guten Workshop-Fräsprojekts ist gar nicht so simpel wie es scheint.
Es soll im Workshop ein wirklich brauchbares Objekt entstehen. Jeder Teilnehmer soll bei der Herstellung dabei genügend Fräspraxis bekommen. Trotzdem soll der zeitliche Rahmen von etwa einer Stunde nicht gesprengt werden. Schließlich soll es ein Einführungskurs in die Shaper Origin werden, und kein Möbel-Projektkurs.

Hier musste ich also einen Spagat machen, um all diese Anforderungen tatsächlich zu erfüllen. Herausgekommen ist ein recht brauchbares Design: eine kleine Werkzeugkiste, die gleich als sinnvolles Inventar für die Nachbarschafts-Werkstatt dienen kann.

Workshop-Fräsprojekt: Werkzeugkiste (hier noch ohne Griffstange)

Die Werkzeugkiste besteht aus 5 Teilen, so dass für jeden Teilnehmer ein Teil zu fräsen ist.

Für die Teilnehmer stellen sich am Ende dann nur zwei schwierige Fragen:
Nehme ich mein selbst gefrästes Teil mit nach Hause, um es stolz herzeigen zu können?
Oder montieren wir alle Teile, so dass wir sofort eine praktische Werkzeugkiste für die Nachbarschafts-Werkstatt bekommen?

Ich bin sicher, dass die Nachbarschaftsbastler die richtige Antwort auf diese Fragen finden werden!