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Garage42 beim KOSMOS Chemnitz 2024

Am 8.6.2024 geht Garage42 auf Reisen: es geht zum Garagen-Workshop beim KOSMOS Chemnitz 2024.
Chemnitz?
Garage42 ist doch ein Münchener Projekt, warum jetzt Chemnitz?
Beim KOSMOS Chemnitz wird der Start des Projekts #3000Garagen stattfinden.
Thematisch also für Garage42 ein Volltreffer, und damit ein guter Grund sich mit einer etablierten Garagen-Community zu vernetzen!

Schlossteichinsel Chemnitz, Schauplatz des KOSMOS 2024
Foto: Kora27, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license

Garage42 ist nicht nur ein Werkstattprojekt, sondern vor allem auch ein Community-Projekt. Daher halten wir ständig die Augen offen, um uns mit weiteren Initiativen mit ähnlichen Zielen zu vernetzen.

Und so wurden wir schon letztes Jahr auf das Projekt #3000Garagen in Chemnitz aufmerksam. Chemnitz wird sich 2025 als die Kulturhauptstadt Europas feiern, und hat dafür eine Reihe von Projekten gestartet.
Beim Projekt #3000Garagen soll die langjährige Geschichte der Garagenkultur in den östlichen Bundesländern aufgegriffen und neu belebt werden. Thematisch also ein Volltreffer, so dass es nahe lag Kontakt aufzunehmen.

Doch wie können Münchner Garagen und Werkstätten bei den Feierlichkeiten in Chemnitz mitwirken? Über dieser Frage sind wir noch am Grübeln. In der Zwischenzeit starten wir schon mal mit einer kleinen Kooperation beim KOSMOS Chemnitz 2024. Der KOSMOS Chemnitz ist ein Festival für Demokratie, eine Plattform für Diskussionen, und nicht zuletzt ein großes Kulturfestival mit viel Musik und Events mitten in Chemnitz.

Garage42 wird zusammen mit Uwe Bodenschatz die mobile KOSMOS-Garage mit einem Workshop bespielen. Details werden hier noch nicht verraten – kommen sie doch einfach am 8.6.2024 zwischen 12:00 und 18:00 in die KOSMOS-Garage auf der Schlossteichinsel in Chemnitz vorbei … oder lesen sie demnächst hier den KOSMOS 2024 Bericht!

24 Module Holz im Praxistest: der Kompaktarbeitsplatz

Das erste „24 Module Holz“ ist unlängst fertig geworden.
Im Praxistest zünden wir jetzt die nächste Stufe und prüfen,
ob das „24 Module“ auch als kompakter Arbeitsplatz taugt
um weitere Möbel zu fräsen.

Kürzlich habe ich über die Fertigstellung des „24 Module Holz“ berichtet. Heute gehen wir den nächsten Schritt und sehen uns genauer an, ob das „24 Module“ auch tatsächlich als Arbeitsplatz für die Garagenwerkstatt taugt.

Man könnte schon seine Zweifel haben, wenn man diesen kompakten Holzwürfel mit seinen 60 cm Kantenlänge so sieht.

  • Sitzt man da nicht arg tief?
  • Steht das „24 Module“ beim Arbeiten stabil?
  • Kann man wirklich auf einer so kleinen Tischfläche vernünftig arbeiten?

Aber wir wollen nicht lange herumrätseln – ich probiere es einfach aus.
Im ersten Schritt teste ich, wie das „24 Module“ mit der Shaper Workstation harmoniert.

Die Grundplatte der Workstation passt genau auf das „24 Module“ – rechts und links von der Workstation Grundplatte bleibt auf dem Arbeitstisch sogar noch etwas Platz, so dass beim Arbeiten das Fräsen-Werkzeug (T-Schlüssel, Gabelschlüssel, Fräser) gut abgelegt werden kann.

24 Module mit montierter Shaper Workstation und Shaper Origin

Die Grundplatte ist schnell mit zwei Einhandzwingen an der Arbeitsplatte fixiert. Beide Zwingen finden dabei ihren perfekten Platz zum Festspannen an der Unterseite. Die Mutter der Verschraubung des „24 Module“ ist dabei nicht im Weg.

Perfekt passende Fixierungspunkte für die Zwingen

Im zweiten Schritt montiere ich noch Frontplatte, Stützarme und Stützleiste der Workstation. Damit ist der Arbeitsplatz vorbereitet, und die Fräse kann abgestellt werden. Das „24 Module“ steht dabei bombenfest auf dem Untergrund – nichts wackelt.

Im Inneren des „24 Module“ findet jetzt noch wunderbar der Bodenstaubsauger Platz den wir beim Fräsen für die Absaugung der Holzspäne brauchen. Damit ist der Arbeitsplatz komplett und es kann mit dem Fräsen begonnen werden.

Wir machen zum Start gleich einen Extremtest: wie viel bzw. wie wenig Platz braucht es, um einen Fräs-Arbeitsplatz mit dem „24 Module“ aufzubauen? Reicht zum Beispiel die Fläche eines kleinen Balkons mit – sagen wir mal 1 Meter auf 2,20 Meter?

Zufällig habe ich gerade so einen Balkon griffbereit und bauen alles auf. Als Sitzmöbel wähle ich einen Badezimmer-Hocker, nehme Platz und fräsen kurze Zeit später schon los, so dass die Holzfasern nur so herumwirbeln.

Ein Balkon-Kompaktarbeitsplatz auf weniger als 2 Quadratmeter

Ich fräse einige Beispiel-Werkstücke für meinen nächsten Workshop und merke schnell: das funktioniert alles wunderbar- der Praxistest mit „24 Module“ ist bestanden!

Freiluftfräsen auf dem Balkon

Eine Weile sitze ich noch an meinem neuen Fräs-Arbeitsplatz auf dem Balkon und denke an Ken Isaacs – den Designer des „24 Module“. Hätte er es für möglich gehalten, dass ich heute hier auf meinem Balkon mit einer computergesteuerten Fräse sitze, ein „24 Module“ als Arbeitstisch benutze und damit in Windeseile die Bauteile für weitere „24 Module“ herstellen könnte?

Er hätte es wohl damals (1974) nicht für möglich gehalten, aber ich denke es würde ihm gefallen. Oder um es mit seinen eigenen Worten aus diesem Video auszudrücken:

„It sounds Olympian but the real worth of that stuff is some young person picking up on it and causing them to do something … but not that thing … it can be something else and that’s what important to me.“

Ken Isaacs, Youtube Video, „Dwell Design Leader: Ken Isaacs“ (3:45)

Mission accomplished Mr. Isaacs: ich bin zwar kein junger Mensch, der die Idee von „Living Structures“ aufgreift, aber ich denke wir sollten wirklich zusammen viele neue Dinge aus Ihre Design-Ideen machen!

Machen sie doch mit – in ihrer Nachbarschaftswerkstatt.

Beim VHS-Kurs Produktdesign

Garage42 ist immer auf der Suche nach Ideen für neue Möbeldesigns. Da kam dieser Kurs der Volkshochschule München gerade recht: „Wie entwirft man einen innovativen Stuhl?“.
Ja eben, wie macht man das eigentlich? Lesen sie selbst wie es mir im Kurs ergangen ist, und was am Ende dabei herauskam
.

Prototypen-Design eines … ja, was ist das eigentlich? Auflösung weiter unten.

Die Volkshochschule München ist ja bekannt für ihr breit gefächertes Angebot an hochwertigen Kursen. Daher lohnt sich immer ein Blick ins aktuelle Kursprogramm.

Und so stieß ich dann auf den Produktdesign-Kurs „Wie entwirft man einen innovativen Stuhl?“ mit Kursleiterin/Produktdesignerin Jennifer Rieker. Die Kursbeschreibung klang interessant (Kreativitätstechniken, Zeichnen, Prototypen basteln), so fackelte ich nicht lang, buchte den Kurs, und saß am Wochenende mit neun anderen Teilnehmern gespannt im Kursraum an der Einsteinstraße.

Nach einem einführenden, historischen Überflug zum Thema Stuhl-Designs ging es mit den Grundlagen der Design Thinking Methode los, die auch gleich praktisch erprobt wurde. Es folgten weitere Kreativitätstechniken, die alle das Ziel hatten möglichst viele neue Ideen zu produzieren. Das eindrucksvolle Ergebnis: am Ende des Tages waren alle Wände des Kursraums voller Post-Its mit den verrücktesten Ideen für Stuhl-Designs.

Der zweite Kurstag war dann der detaillierten Ausarbeitung von ausgewählten Ideen gewidmet, wobei auch ein Prototyp gebaut werden sollte.

Zum Warmwerden stellte uns die Kursleiterin zunächst die Aufgabe, mit einer Hand voll Spaghetti und einem Streifen Klebeband einen Stuhl zu bauen, der einen kleinen Stein tragen kann. Meinen Entwurf ist im Bild oben zu sehen. Ich gebe offen zu, dass der Stein nur durch Zufall getragen wurde, weil der Stuhl bei Belastung auf derart günstige Art und Weise in sich zusammenfiel, dass der Stein den Boden nicht berührte. Na ja, das muss man auch erst mal so hinbekommen.

Zurück zum Prototypenbau: ich hatte mir als Design schon vorab „Sedia Uno“ von Enzo Mari ausgewählt, weil ich diesen Stuhl bald gerne nachbauen würde. Den Stuhl schon mal in klein gebaut zu haben, war eine hilfreiche Übung.

Prototyp des Stuhldesigns „Sedia Uno“ von Designer Enzo Mari

Auch die Prototypen der anderen Kursteilnehmer gelangen sehr gut wie das Foto unten beweist.

Die fertigen Stuhl-Prototypen aller Kursteilnehmer

Alles in Allem: ein sehr lehrreicher und unterhaltsamer Kurs, der wohl vor Allem deswegen zu so überraschenden Ideen geführt hat, weil die Teilnehmer einen sehr unterschiedlichen Hintergrund hatten, so dass sich ein spannender Mix verschiedenster Ideen ergab.

Robert

Garage42 beim Netzwerktreffen der MIN Manufaktur 8

Diese Woche fand das Netzwerktreffen „Manufaktur 8 Bürgerbeteiligung und Partizipation“ der Münchner Initiative Nachhaltigkeit (MIN) statt. Garage42 war erstmals mit dabei und es ergaben sich interessante Kontakten und neue Impulse.

MIN Manufaktur 8 Treffen
MIN Manufaktur 8 Treffen

Die Münchner Initiative Nachhaltigkeit (MIN) ist ein Zusammenschluss von überwiegend zivilgesellschaftlichen Organisationen, die sich für das Thema Nachhaltigkeit einsetzen. MIN will durch den Zusammenschluss mehrerer Organisationen den Einfluss auf die Stadtregierung- und Stadtverwaltung verstärken und die Zusammenarbeit verbessern.

Ich hatte früher schon kurz von MIN gelesen, habe dabei aber noch keinen konkreten Anknüpfungspunkt für Garage42 gesehen. Erst als mir kürzlich wieder die Teilnahme an einer Veranstaltung von MIN empfohlen wurde, bin ich neugierig geworden und habe an der Netzwerktreffen Manufaktur 8 teilgenommen.

Die Teilnehmer der Veranstaltung waren bunt gemischt und von unterschiedlichen Organisationen wie Caritas, Münchner Forum oder der Anstiftung. Meine erste Vermutung wäre gewesen, dass das Thema „Nachbarschaftswerkstatt“ in dieser Runde eher ein Exotenthema sein würde. Das Gegenteil war der Fall: nachdem ich in der kurzen Vorstellungsrunde die Idee hinter Garage42 kurz umrissen habe, ergaben sich später einige interessante Kontakte und Ideen für mögliche Kooperationen.

Das für mich spannendste Projekt war „Gutes Leben im Quartier„, das MIN in diesem Jahr vorantreiben wird. Dabei wird es darum gehen verschiedene Quartiersinitiativen miteinander zu vernetzen, so dass sich hier auch schöne Andockpunkte für das Projekt Garage42 ergeben könnten.

Meine erste Teilnahme in der MIN Manufaktur 8 hat sich also sehr gelohnt, und ich werde zukünftig sicher noch öfter bei den Netzwerktreffen teilnehmen!

Robert

Baubericht 24 Module Holz

Das Design „24 Module Holz“ geistert ja schon längere Zeit durch diesen Blog, wurde aber bisher nie gebaut. Darum wurde es höchste Zeit die Fräse anzuwerfen, und das erste 24 Module Holz seiner Art zu fräsen. Lesen Sie selbst, wie es mir dabei ergangen ist.

Das Design „24 Module Holz“ dient mir immer wieder als Beispiel, um die Vorzüge von modularen und zerlegbaren Möbeln zu demonstrieren. Daher wurde es höchste Zeit, das 24 Module anzufertigen, so dass man nicht nur darüber reden, sondern beim Reden auch auch darauf sitzen kann.

Das Material für 24 Module ist schnell beschafft: Quadratleisten, Sperrholzplatte und einige Schrauben mit Muttern und Scheiben. Der Zuschnitt der Quadratleisten geht auch schnell von der Hand. Sogar mit einer Japansäge sind die 12 Teile relativ schnell zugeschnitten. Allerdings sollte man beim Zuschnitt besonderes Augenmerk auf die exakten Längen liegen. Daher empfiehlt sich ein grober Zuschnitt, gefolgt von exaktem, winkligem Zuschleifen per Bandschleifer.

Mit den zugeschnittenen Teilen kann dann gleich mit dem Fräsen gestartet werden. Doch Moment: die Konstruktion sieht so simpel aus, dass man leicht übersieht, dass sich die Frästaschen bei den einzelnen Teilen leicht unterscheiden. Man ist daher gut beraten, die Teile zu nummerieren, und immer eine schematische Zeichnung aller Teile zur Hand zu haben. Aus der Zeichnung geht hervor, welches Teil wie zu fräsen ist – siehe Zeichnung unten.

Die Besonderheit beim Fräsen: der Fräser ist in der Regel nicht lange genug, um in einem Rutsch die 40 mm Quadratleiste zu durchbohren. Daher erfolgt die Bohrung in zwei Etappen von vorne und von hinten. Man möchte meinen, dass es dabei große Ungenauigkeiten gibt, aber die Shaper Workstation ermöglicht exakte Anschläge, und die Shaper Origin hat eine hohe Wiederholgenauigkeit. So kann es zwar zu kleinen Ungenauigkeiten kommen, die aber im Sub-Millimeterbereich liegen.

Sind die Teile fertiggefräst, dann geht es an die Montage. Es ist eine wahre Freude, wie genau die Schrauben passen. Je mehr Teile man montiert, desto starrer wird das 24 Module, doch es kam bei der Montage nie zu Verklemmungen – alles passte perfekt.

Schließlich noch den die Sperrholzplatte als Sitzfläche bzw. Tischplatte – fertig!

Stellt sich nur noch die Frage, wofür das 24 Module nun zum Einsatz kommen wird. Das wird an dieser Stelle noch nicht verraten, nur soviel: das 24 Module wird in meiner Werkstatt demnächst noch eine wichtige Funktion bekommen.

Materialkauf bei Schrauben Preisinger

Für das Design „24 Module Holz“ braucht man nicht nur Holz, sondern für die Montage auch eine ganze Menge Schrauben, Muttern und Scheiben. Ein schöner Anlass, um mal wieder in Münchens Traditions-Schraubenladen „Schrauben Preisinger“ einzukaufen! Diesmal war der Einkauf besonders interessant, denn beim Kauf habe ich auch die Frage angeschnitten, ob sowas wie eine Zylinderkopfschraube überhaupt nachhaltig sein kann. Was man mir hierauf wohl geantwortet hat?

Schrauben Preisinger
Schrauben Preisinger in der Münchner Innenstadt

Demnächst steht ja die Herstellung des Designs „24 Module Holz“ an, so dass dafür erst noch alle nötigen Teile gekauft werden müssen. Für das Design braucht man immerhin 24 Zylinderkopfschrauben samt Muttern und Scheiben. Bei dieser Menge lohnt es sich daher auch kritischer auf den Preis zu schauen.

Im Baumarkt sind Schrauben gerne mal etwas überteuert, so dass dann meist nur noch das Internet bleibt … es sei denn man wohnt in München, wo es noch einen Traditions-Schraubenladen gleich um die Ecke beim Viktualienmarkt gibt: den Schrauben Preisinger. Jeder alteingesessene Münchner kennt diesen Laden, den es bereits seit über 100 Jahren (1921) gibt.

Was das Einkaufserlebnis bei Schrauben Preisinger angeht: ich muss immer wieder schmunzeln, wenn ich dort einkaufe. Die Verkäufer sind absolute Profis und der Großteil der Kunden dürften ebenfalls Profis sein (Handwerker). Zu den Kunden zählen aber auch die Hobbytüftler, Schulkinder oder Rentner aus der Nachbarschaft, die dann eben nicht die DIN-Bezeichnung jeder Schraube kennen. Und bei Verkaufsvorgängen mit solchen Kunden gibt’s dann meistens was zu schmunzeln, wenn der Verkäufer-Profi versucht, die Laien-Bestellung in eine DIN-Norm zu übersetzen. Bei Schrauben Preisinger nimmt man sich aber gerne noch die Zeit um individuell auf die Kunden einzugehen.

Für meine eigene Schrauben-Bestellung war ich gut vorbereitet: ich hatte alle DIN-Normen für Schrauben, Muttern und Scheiben parat, so dass die Bestellung schnell erledigt war.

Dann kam der spannende Teil des Einkaufs. Ich fragte einfach geradeheraus: „Dürfte ich noch wissen, wo die Schrauben genau herkommen? Ich interessiere mich nämlich für Lieferketten.
Ja freilich“ sagt der junge Mann hinter dem Tresen – ganz so, als ob er so merkwürdige Fragen jeden Tag zu hören bekommt. Er tippt die drei Artikelnummern in seinen Computer und antwortet „Also: Schrauben China, Muttern Malaysia und Scheiben Indien„.

Ich staune nicht schlecht, dass ich hier ohne Probleme diese Informationen bekomme. Meine Neugier ist geweckt, und ich erkundige mich, ob es nicht auch Lieferanten aus Deutschland gäbe. Ja, die gäbe es vereinzelt schon, aber die Produkte seien eben zu teuer und zum Teil auch von zu schlechter Qualität. Ich staune noch mehr.

Dann plaudern wir noch eine Weile darüber, wie Schrauben Preisinger zu seinen Lieferanten kommt, und ich erfahre, dass man viel Aufwand investiert um die Produkte mit der besten Qualität in Asien ausfindig zu machen.

Und damit sind wir dann schon beim Fazit: eine regionale, nachhaltige Schraube gibt es heutzutage nicht – solche Produkte kommen inzwischen alle ausnahmslos aus Asien. Trotzdem denke ich, dass ein Möbeldesign wie „24 Module Holz“ wegen seiner Zerlegbarkeit das Attribut „nachhaltig“ verdient hat, weil hochwertige Bauteile wie Schrauben vielfach wiederverwendet werden können. Eine regionale Schraube wäre zwar eine romantische Vorstellung gewesen, ist aber in unserer globalisierten Welt eine Illusion.

Robert

Jahreshauptversammlung 2023 des Verbunds Offener Werkstätten

Am 10., 11. und 12. November 2023 fand im Gasteig/FatCat die Jahreshauptversammlung des Verbunds Offener Werkstätten statt. Eine gute Gelegenheit um das Projekt Garage42 einem größeren Kreis von Werkstatt-Profis vorzustellen, und neue Kontakte zu knüpfen.


Der Erfindergarten hatte am Wochenende des 10. November zur Jahreshauptversammlung 2023 des Verbunds Offener Werkstätten in die FatCat (Gasteig) eingeladen.

Gekommen waren gut 100 Teilnehmer aus Deutschland, sowie Gäste aus Frankreich und der Schweiz. Dabei waren Vertreter von Offenen Werkstätten, FabLabs und Makerspaces, aber auch Besucher aus der Politik, und Vertreter der Stadt München wie etwa dem Abfallwirtschaftsamt.

Der Freitag Abend begann mit zwanglosem Austausch mit bekannten Gesichtern aus München, sowie dem Kennenlernen von Mitgliedern anderen Werkstätten. Danach stellten sich die offenen Werkstätten Münchens vor.

Am Samstag fand die Jahreshauptversammlung des Verbunds Offener Werkstätten statt, gefolgt von einem Solar-Workshop und einer „OpenStage“ am späten Abend. Für die „OpenStage“ hatte ich einen kurzen Impuls-Vortrag zum Projekt Garage42 vorbereitet, der recht gut aufgenommen wurde und zu einer Reihe neuer Kontakte führte.

Auf der Veranstaltung ergaben sich für Garage42 noch weitere interessanter Kontakte und Gespräche:

Mit Sebastian vom Teamwerk in Aschheim tauschte ich mich über das Thema „Werkstätten in Garagen“ aus, denn die Teamwerk-Werkstatt befindet sich ebenfalls in einer Garage. Interessant war dabei für mich, wie das Teamwerk den begrenzten Raum nutzt, und für welche Ausstattung der Garage man sich entschieden hat.

Der nächste Interessante Kontakt war Bettina vom Abfallwirtschaftsbetrieb München / Halle 2. Mit ihr und mit einem Mitglied des HEi München diskutierten wir wie Materialkreisläufe in München aussehen könnten. Die Vision dabei: der Abfallwirtschaftsbetrieb sortiert in den Wertstoffhöfen hochwertige Werkstoffe wie Plattenware und Kanthölzer aus, und stellt diese über Materialinitativen wie Treibgut zur Verfügung. Die Materialinitiative wiederum versorgt die offenen Werkstätten in München mit Material für den Bau von nachhaltigen Möbeln.

Nach langer Zeit konnte ich auch wieder mal mit Doris und Carolina vom Machwerk sprechen. Die interessante Neuigkeit war dabei, dass das Machwerk in deutlich größere Räume umgezogen ist, und über eine gut ausgestattete Holzwerkstatt verfügt. Es wird also Zeit dem Machwerk mal wieder einen Besuch abzuststatten!

Der wohl überraschendste Impuls kam von Benjamin von den Stadtfabrikanten in Chemnitz. Er machte mich darauf aufmerksam, dass Chemnitz im Jahr 2025 Kulturhauptstadt Europas sein wird. Chemnitz bereitet derzeit dafür eine Reihe von Aktivitäten vor, darunter das Projekt „3000 Garagen„.
Bei „3000 Garagen“ soll sichtbar gemacht werden, was in den Chemnitzer Garagen so alles geschieht, und welche gesellschaftliche Bedeutung Garagen als Treffpunkte haben. Garage42 und „3000 Garagen“ verfolgen also offenbar sehr ähnliche Ziele!
Ein Austausch mit „3000 Garagen“ in Chemnitz könnte also sehr vielversprechend sein.

Insgesamt hat sich die Teilnahme an der Jahreshauptversammlung des Verbunds Offener Werkstätten also durchwegs gelohnt: gute Kontakte zu anderen offenen Werkstätten, interessante Gespräche, und viele Impulse und neue Ideen für das Projekt Garage42!

Robert

Zu Besuch in der machBar im Würmtal

Seit Ende Juli 2023 gibt es eine neue Offene Werkstatt im Münchner Westen: die machBar. Das Konzept und das Angebot der machBar lasen sich auf der Webpage sehr interessant – Grund genug um dem machBar Team einen Besuch abzustatten!

Schild machBar
machBar in der Alten Brauakademie

Meine Anreise zur machBar ist nicht lang. Ich verlasse die S-Bahn an der Haltestelle Gräfelfing – ein Ort, an den man als Innenstadt-Münchner nicht so oft kommt. Ich marschiere einige Minuten durch den Ort und bin schnell an der Stefanusstraße angelangt.


Über eine Treppe im Hinterhof geht es hinunter zu den Werkstatträumen der machBar.

machBar Eingang
Treppe zum machBar Eingang

Ich werde schon erwartet von Torsten, der einer der Vorstände der machBar ist. Trotz Urlaubszeit haben sich auch viele Mitglieder zum machBar-Stammtisch eingefunden.

Wir stellen uns einander vor, und dann geht es mit einer kleinen Tour durch die Werkstatträume los. Torsten zeigt mir die einzelnen Werkstätten und erzählt mir über die Aktivitäten der letzten Jahre.

machBar Holzwerkstatt
machBar Holzwerkstatt

Ich erfahre, dass die Raumsuche eine der größten Herausforderungen war, gefolgt von der Frage der Finanzierung mit Fördermitteln.

machBar Metallwerkstatt
machBar Metallwerkstatt

Aber offenbar ist es dem machBar Team gelungen all diese Herausforderungen zu meistern – schließlich gibt es jetzt großzügige Räumlichkeiten und eine reichhaltige Ausstattung mit Maschinen und Werkzeugen.

machBar Hauptraum
machBar Hauptraum

Nach unserer Werkstatt-Tour gibt es eine Überraschung: Mitglied Johannes hat eine Shaper Origin mitgebracht und gibt eine Einführung in die Handhabung und die Möglichkeiten der Fräse.

Was für ein Zufall – meine Mission ist die Suche nach anderen Makern, die sich mit dem Fräsen von Möbeln befassen wollen, und dann finde ich hier in der machBar bereits aktive Fräs-Enthusiasten!

Nach der Fräs-Vorführung tauschen wir uns noch eine ganze Weile über Workshop-Formate und Öffentlichkeitsarbeit aus. Am Ende kommen wir zu einem wichtigen Thema: wie könnte eine Zusammenarbeit der machBar mit dem Projekt Garage42 aussehen? Haben wir Berührungspunkte? Wo könnten wir uns ergänzen?

machBar Mitglieder
Torsten, Johannes und eine Shaper Origin

Nach einigen unterhaltsamen Stunden verabschieden wir uns, und beschließen, dass wir sicherlich in Kontakt bleiben und bald wieder voneinander hören werden. Mein Fazit: es war ein lohnender Besuch, und ich habe wieder einige nette Maker aus dem Großraum München kennengelernt.

Meet&Make Workshop „Ulmer Hocker“ im FabLab München

Das Konzept zum Fräs-Workshop „Ulmer Hocker“ ist fertig! Ein erster Testlauf im FabLab München zeigte, dass der Workshop schon recht passabel funktioniert, wenn auch noch mit Verbesserungspotential.

Ulmer Hocker Bauteile Fräsen
Fräsen der Ulmer Hocker Bauteile: FabLab Mitglied Nummer 1 bei der Arbeit

Donnerstag Abend im FabLab München: drei FabLab-Mitglieder haben sich eingefunden, um am „Meet & Make Ulmer Hocker“ teilzunehmen. Das Kursformat „Meet & Make“ im FabLab München ist eine tolle Sache: man trifft sich zu einem bestimmten Thema, bastelt miteinander, tauscht sich zum Thema aus und kommt dabei häufig auf ganz neue Ideen. Der Clou dabei: FabLab-Mitglieder sind DIY-Experten und bringen daher reichlich Wissen und Praxis-Erfahrung mit, so dass es immer etwas neues voneinander zu lernen gibt.

Unser Thema war also „Ulmer Hocker mit der Shaper Origin fräsen, und angesprochen waren FabLab-Mitglieder mit Shaper Origin Erfahrung. Dabei galt es herauszufinden, ob dieser Kurs funktionieren kann, und wieviel Spaß man dabei hat.

Nach einer kurzen Besprechung zum Ablauf ging es auch schon los: Begutachtung und Markieren des Materials, Aufbau des Arbeitsplatzes und Vorbereitungen zum Fräsen.

Ulmer Hocker Bauteile Fräsen
FabLab Mitglied Nummer 2 bei der Arbeit

Als Hilfestellung für die Fräsvorgänge diente eine einseitige, bebilderte Fräsanleitung.

Ulmer Hocker Anleitung
Ulmer Hocker Fräs-Anleitung … wo sind die Fehler?

Im Kursverlauf stellte sich heraus, dass die Anleitung noch einige kleine Fehler enthielt. Damit hatte sich das Meet&Make also schon gelohnt, denn eines der Ziele war auch das Finden von Unstimmigkeiten im Kurskonzept.

Ulmer Hocker Bauteile Fräsen
FabLab Mitglied Nummer 3 bei der Arbeit

Das Fräsen der Bauteile lief sehr reibungslos – kein Wunder, denn alle Teilnehmer waren routinierte im Umgang mit der Shaper Origin. Das Ergebnis: drei sehr sauber gefräste Bauteile, aus denen sicher einen bildschönen Ulmer Hocker entstehen wird.

Ulmer Hocker Bauteile
Die fertig gefrästen Bauteile des Ulmer Hockers

Das erste Fazit: die geplante Kursdauer von 2,5 Stunden hat gerade so gereicht, was für einen Feierabend-Workshop fast schon zu lange ist. Alle Teilnehmer waren sich daher am Ende des Workshops einig, dass man die Abläufe an manchen Stellen beschleunige könnte um den Kurs kompakter zu machen. Hier werden noch weitere Praxis-Tests nötig sein, um herauszufinden wo noch Fräs-Zeit eingespart werden könnte.

Ulmer Hocker Bauteile Montage
Montage der Bauteile des Ulmer Hockers

Inhaltlich hat der Workshop sehr gut funktioniert: die Teilnehmer bekamen lediglich einige Hinweise und Tipps zur Herstellung des Hockers. Danach haben sie die genaue Vorgehensweise selbständig miteinander diskutiert, und im Wechsel gefräst.

Ulmer Hocker
Drei FabLab Mitglieder fräsen knapp drei Stunden: fertig ist der Ulmer Hocker

Insgesamt ist das Fazit zum „Meet & Make Ulmer Hocker“: es war ein unterhaltsamer, lehrreicher und produktiver Abend für alle Beteiligten. Der produzierte Ulmer Hocker kann sich sehen lassen und ist gleichzeitig ein besonderes Unikat: ein Hocker,
der in nur drei Stunden durch drei Maker gefräst wurde. Auf diesem Wege nochmal danke an die FabLab Mitglieder für die Teilnahme, das Feedback und die guten Ideen!