Praxis-Workshop „Intarsien“

Der erste Praxis-Workshop in der Nachbarschaftsgarage Solln stand unter dem Motto „Intarsien“. Das besondere dabei: keiner der Teilnehmer hatte tiefergehende Erfahrungen mit dem Fräsen von Intarsien. Aber dafür gibt es ja Garage42: hier kann man zusammen mit Nachbarn lernen und auch mal etwas ausprobieren. Ob das wohl klappt? Lesen sie unten mehr!

In den ersten Fräsen-Workshops des Jahres haben wir ein interessantes Thema identifiziert: „Intarsien … wie genau fräst man eigentlich Intarsien?
Ja, keine Ahnung …“ war meine Antwort, denn ich hatte zwar schon Videos dazu gesehen, aber es noch nie selbst ausprobiert. Schon war ein Thema für einen Praxis-Workshop gefunden!

Es ist angerichtet: alles bereit für den ersten Praxis-Workshop „Intarsien“

Wie es bei neuen Themen so ist: zuerst konsultiert man YouTube nach einem Tutorial und alles sieht unglaublich einfach aus. „Für Intarsien nimmst du einfach einen 1mm Fräser, klebst das Furnier mit Sprühkleber auf, fräst dann deine Formen raus – zack, fertig ist die Schrankwand mit quadratmeterweisen, kunstvollen Intarsien!

Der geübte YouTube-Tutorialvideo-Nachmacher ist skeptisch, schreibt während des Videos fleißig mit, und notiert sich: Furnier, Furnierstärke, Fräser, Fräsertyp, Fräserdurchmesser, Kleber, Klebertyp, Materialbefestigung. Dann packt man alles Greifbare zu diesen Themen ein und begibt sich in die Werkstatt. Diesmal mit dabei: ein kürzlich kennengelernter Nachbar, der ebenfalls reichlich Experimentier-Material dabei hat.

Und so rätseln wir zusammen: Mit welchem Furnier starten wir? Kann das mit dünnem Furnier funktionieren, oder wird der Fräser das Furnier zerfetzen? Kann das mit unserem 3mm Fräser funktionieren? Einen dünneren Fräser haben wir nicht. Wie kleben wir das Furnier fest? Ist schwach klebendes Doppelklebeband geeignet?

Dünnes Furnier mit schwach klebendem Doppelklebeband fixiert – wird das funktionieren?

Wir sind uns einig, dass es sich um einen Praxis-Workshop handelt, bei dem man nicht lange theoretisiert, sondern einfach mal startet. Wir starten mit: 3 mm Nutfräser, 0,5 mm Furnier und schwach klebendem Doppelklebeband. Michi schmeißt beherzt die Fräse an und fräst.

Verblüffendes Ergebnis: alles hat auf Anhieb geklappt!

Verblüfft stellen wir beide fest, dass der erste Versuch bereits erfolgreich war!
Der ausgefräste Furnierkreis blieb kleben. Das zweite gefräste Loch passt im Durchmesser exakt, auch ohne Fräs-Versatz. Wir sind begeistert!

Weiter geht’s mit Vollholz: wir wollen einige Taschen fräsen, in die wir dann das Furnier einleimen.

Furnier passt fast perfekt. Die Taschentiefe gefällt uns nicht – darum der ratlose Gesichtsausdruck.

Wieder klappt alles auf Anhieb: die Furnier-Plättchen passen exakt in die ausgefrästen Taschen. Lediglich mit der Tiefe der gefrästen Taschen sind wir nicht zufrieden: sie sind doppelt so tief wie erwartet.

Doch das wird ein Thema für weitere Experimente im nächsten Praxis-Workshop sein, denn die Zeit ist beim Fräsen wie im Flug vergangen.

Also: vielleicht sehen wir uns ja demnächst beim nächsten Praxis-Workshop wenn es heißt: „Warum war die Tasche zu tief?
(Ich hätte da inzwischen eine Theorie, aber die wird hier nicht verraten…)

Start der Workshop-Saison 2026

Das Jahr 2026 startete mit winterlichen Fräsen-Workshops in der Pilot-Garage München/Solln. An drei Terminen machten zahlreiche Nachbarinnen und Nachbarn ihre ersten Fräs-Erfahrungen.

Start ins Jahr 2026 in der winterlichen Pilot-Garage München/Solln

Pünktlich zum Jahresende 2025 wurde die Pilot-Garage Solln noch etwas mit Dekoration aufgehübscht und rausgesaugt, so dass man nun guten Gewissens weitere Nachbarinnen und Nachbarn einladen konnte.
Die Einladung im Januar 2026 erfolgte dieses mal über nebenan.de, und es war spannend wie viele Hobbybastlerinnen und – bastler sich wohl über diesen Kanal anmelden würden.

Die Resonanz war sehr gut: die Anmeldungen füllten zwei Einsteiger-Workshops und einen Praxis-Workshop. Es kamen Nachbarinnen und Nachbarn aus der unmittelbaren Umgebung – man kannte sich aber trotzdem nicht … kein Wunder bei der Bevölkerungsdichte im Stadtviertel Parkstadt Solln.

Bei der Vorstellungsrunde lernten sich die Nachbarn schnell kennen, wobei auch einige gemeinsame Handwerks-Interessen entdeckt wurden.

So ist Garage42: neue Nachbarn kennenlernen, und nebenbei fräsen lernen

Die Handwerkskenntnisse der Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren zwar unterschiedlich, was aber kein Problem war. Schließlich hatte noch niemand zuvor mit einer computergesteuerten Fräse gearbeitet, so dass es für alle Teilnehmer eine erste spannende Fräs-Erfahrung war.

Die frisch montierte Wanddekoration stellte sich bei den Workshops als sehr fotogen heraus. Doch nicht nur das: das Holzmuster-Panel weckte insbesondere bei den Teilnehmern mit Holz-Expertise das Interesse. Wo sonst findet man einen Ort in der Nachbarschaft, an dem man ein Ratespiel mit 42 Holzarten machen kann?

Workshop mit fotogener Dekoration im Hintergrund

Und so ist das Jahr 2026 für Garage42 also sehr gut gestartet, und die Nachbarn haben Lust auf mehr Handwerks-Events in der Nachbarschaft bekommen.

Oder um es mit den Worten zweier Nachbarn zu formulieren:

Es ist so einfach und hat irrsinnig Spaß gemacht.

Teilnehmerin Sonja

Sehr gelungener Workshop in einem außergewöhnlichen und sehr ansprechenden „Nachbarschaftsformat“

Teilnehmer Orhan

Werkzeugwände aus dem Werkstatt-Universum

Das Projekt Garage42 ist im Jahr 2025 ziemlich viel herumgekommen. Zahlreiche offenen Werkstätten in ganz Deutschland standen auf dem Reiseplan. Damit bot sich eine wunderbare Gelegenheit, um Werkzeugwand-Anregungen für die Pilot-Garage42 zu sammeln.

Die Werkstatt-Expedition begann im Sommer – es ging nach Augsburg zum Sommercamp des Verbunds Offener Werkstätten. Bei einer Radtour durch Augsburg wurde auch die Werkstatt des Bikekitchen Augsburg besucht, wo es eine wunderbare Werkzeugwand mit Fahrradwerkzeug zu sehen gab.

Zwischendurch war eine kleine Verschnaufpause nötig: Urlaub in Berlin. Doch wenn man schon mal in Berlin ist, dann kann man sich gleich mal den xHain hack+makespace anschauen – inklusive einer Werkzeugwand im Keller.

Werkzeugwand im xHain in Berlin

Weiter ging die Reise zum Seminar „Maschineneinweisung“ nach Düsseldorf. Im GarageLab gab es gleich mehrere bildschöne Werkzeugwände zu sehen: eine in der Fahrradwerkstatt und eine weitere riesige Wand in der Holzwerkstatt.

Werkzeugwand in der Fahrradwerkstatt des GarageLab e.V.
Holzwerkstatt im GarageLab mit großer Werkzeugwand (Bauart “French Cleat“)
Teil 2 der Werkzeugwand in der Holzwerkstatt des GarageLab.

Die nächste Reise zum Seminar „Arbeitssicherheit“ führte in den Makerspace Darmstadt. Dort gab es zwei schöne Werkzeugwände der Bauart „Lochwand“ zu sehen.

Lochwand-Werkzeugwand in der Holzwerkstatt des Makerspace Darmstadt
Teil 2 der Lochwand-Werkzeugwand

Die letzte Reise des Jahres führte dann zu Tinkertank nach Ludwigsburg zum Wintercamp des Verbunds offener Werkstätten. Dort gab es nicht nur eine Werkzeugwand zu sehen, sondern auch noch ein cleveres fahrbares und kippbares Werkzeug-Aufbewahrungsregal.

Werkzeugwand bei Tinkertank
Fahrbare Werkzeugregale bei Tinkertank ….
… die man durch Kippen in einen breiten Tisch mit Werkzeugbehältern verwandeln kann.

Und wenn man schon mal in Ludwigsburg ist, dann sollte man unbedingt auch noch einen Abstecher zum Hobbyhimmel in Stuttgart Feuerbach machen. Denn wie der Werkstatt-Fan weiß, ist im Hobbyhimmel die geballte Kompetenz zum Thema Werkstatt-Ordnung versammelt. Schließlich ist der Hobbyhimmel die Geburtsstätte des Open Source Ordnungssystem osSso.

Schon beim Betreten der Hobbyhimmel-Werkstatt staunt man nicht schlecht über den gigantischen Thekenbereich und dessen wohlsortierte Ordnung. Die ThekenheldInnen verbringen hier keine Zeit mit Suchen – hier hat alles seinen Platz.

Die wohlsortierte Hobbyhimmel-Theke.

An mehreren Stellen im Hobbyhimmel findet man osCLEAN – das Ordnungssystem für Putz- und Reinigungswände. Bei so schön designter Systematik macht sogar das Putzen Spaß!

Eine osCLEAN Wand – wer genau hinsieht enteckt auch einen osVAC-Universal-Staubsaugeradapter

Schließlich noch eine Zwingen-Wand, die man in solcher Größe auch nicht in jeder Werkstatt zu sehen bekommt.

Hier findet man Zwingen für jedes Projekt.

Die Werkstatt-Reise quer durch Deutschland hat sich also gelohnt: es gab reichlich Anregungen, wie gut gemachte Werkzeugwände aussehen können. Für die Garage42 Pilot-Garage bleibt nun die Qual der Wahl: welches System ist am Besten geeignet?

Initiative für Open Hardware Möbel

Eines der Ziele des Projekts Garage42 ist die Förderung von Aktivitäten zum Thema „Open Hardware Möbel“. Garage42 ist daher fortlaufend auf der Suche nach Open Hardware Möbelprojekten, um diese sichtbarer zu machen. Beim Wintercamp des Verbunds Offener Werkstätten fanden sich unlängst mehrere Open Hardware Spezialisten zusammen, die sich ebenfalls für mehr Sichtbarkeit von Open Hardware einsetzen. Herausgekommen ist ein neues GitHub-Projekt: „Awesome Open Hardware Furniture“.

Das Projekt Garage42 verfolgt nicht nur das Ziel eine kleine Werkstatt in jede Nachbarschaft zu bringen. Ein Ziel des Projekts ist auch, möglichst viele Informationen zu liefern, welche Möbel in diesen Werkstätten gebaut werden könnten. Besonders eignen sich dafür „Open Source Hardware Möbel“, also Möbel, deren Baupläne öffentlich verfügbar sind.

Das Internet ist voll von solchen „Open Source“ Bauplänen, aber wie es oft ist: diese Baupläne sind weiträumig über das Internet verstreut und zum Teil recht gut „versteckt“. Beim Wintercamp 2025 des Verbunds Offener Werkstätten fand sich daher eine kleine Gruppe interessierter Maker zusammen, um die Themen „Open Source Hardware“ und insbesondere „Open Source Hardware Möbel“ zu diskutieren.

Mit dabei waren Vertreter von Open Source Ecology Deutschland und ein Dozent der FabAcademy, sowie einige Möbelbau-Praktiker aus offenen Werkstätten aus ganz Deutschland. Im Gespräch wurden Tipps und Informationsquellen ausgetauscht.

Wieder zu Hause angekommen stand schnell fest: die neu erzeugte Liste von Informationsquellen zum Thema „Open Source Hardware Möbel“ musste unbedingt veröffentlicht werden!

Für solche Link-Listen mit „Best-of“ Charakter hat sich auf GitHub der Begriff „Awesome-Liste“ etabliert, und die Mutter aller Awesome-Listen ist der Einstiegspunkt zu diesen Listen. Und so kommt es, dass es nun eine neue Awesome-Liste zum Thema „Open Source Hardware Möbel“ gibt: awesome-open-hardware-furniture.

Weitere Vorschläge für diese Liste sind immer gern willkommen!
Je reger die Beteiligung, desto wertvoller und „awesome“ wird diese Liste werden.

Zu Besuch im Teamwerk in Aschheim

In Aschheim bei München gibt es schon seit einer Weile die offene Werkstatt „Teamwerk“, die ursprünglich in einer Garage gestartet ist. Im Oktober 2025 steht die offizielle Eröffnung der Werkstatt in neuen Räumen an. Garage42 war vor der Eröffnung schon vor Ort um sich das Teamwerk genauer anzusehen.

Die Anreise aus München zum Teamwerk in Aschheim gestaltet sich auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erstaunlich einfach: per U-Bahn zur Messestadt West, und von dort weiter mit dem Bus nach Aschheim.

Für den Münchner ist die Busreise eine interessante Erfahrung – recht schnell wird das Umfeld ländlicher, und spätestens in der Ortsmitte Aschheim mit den schönen Bauernhöfen, Gasthäusern und einer Brennerei fühlt man sich „aufs Land“ versetzt.

Ortsmitte von Aschheim

Der kurze Fußmarsch zur Teamwerk Werkstatt führt vorbei an weiteren großzügig dimensionierten Wohnhäusern. Irgendwann wähnt man sich in einem Wohnviertel und fragt sich, wo man denn hier eine Werkstatt unterbringen soll. In der Zufahrt zum Teamwerk weitere Wohnhäuser mit ländlichem Flair und Fuhrpark.

Gegenüber vom Teamwerk: der Traktor gehört hier zum üblichen Fuhrpark.

Doch da ist auch schon das Teamwerk: im hinteren Teil eines Wohngebäudes im Erdgeschoss geht es hinein in die Werkstatt.

Die Teamwerk-Werkstatt im Erdgeschoss eines Wohnhauses.

Ich werde am Eingang von Basti begrüßt, der gerade auf eine Holzlieferung wartet. Basti führt mich durch die Räume und gibt mir einen Überblick was das Teamwerk so zu bieten hat.

Basti begrüßt mich in den Räumen des Teamwerks

Im Vorraum wird gerade noch an der Einrichtung und an den Lagerboxen gearbeitet. Hier sollen die Besucher in gemütlicher Atmosphäre einen ersten Einblick in die Werkstatt bekommen. Große Tische bieten reichlich Platz zum Tüfteln. Durch eine Fensterfront bekommt man schon erste Einblicke in die Werkstatt im hinteren Bereich. Eine Schiebetür trennt den Vorraum von der Werkstatt.

Basti erzählt mir wie sich die Werkstatt entwickelt hat (hierzu auch mehr auf der Teamwerk Webpage), und dass in den Räumlichkeiten früher ein vollausgestattete Schreinerei beheimatet war.

Die Teamwerk Werkstatt mit allem was das Maker-Herz begehrt …

Aus dem Bestand der Schreinerei konnte das Teamwerk einige Maschinen übernehmen: darunter ein Dickenhobel und eine etwas exotische 3-Spindel-Bohrmaschine – die ich so bisher noch in keiner offenen Werkstatt gesehen habe.

Die Maschinen im Werkstattraum: links hinten der Dickenhobel, rechts eine 3-Spindel-Bohrmaschine

Wir plaudern über die typischen Werkstatt-Benutzer, über das Kursangebot und über zukünftige Pläne. Dabei erfahre ich, dass künftig auch eine Shaper Origin Fräse für die Werkstatt beschafft werden soll. Hier könnten sich also noch Gemeinsamkeiten mit den Aktivitäten bei Garage42 ergeben.

Am Ende der Tour gewährt mir Basti noch einen Blick in den Keller der Werkstatt: hier lagern weitere Relikte aus der Schreinerwerkstatt-Zeit, sowie Unmengen an Material, das sicherlich noch Verwendung in so manchem Projekt finden wird.

Nach der ausführlichen Werkstatt-Tour im Teamwerk trete ich die Heimreise an. Wieder habe ich einen inspirierenden Ort im Großraum München kennengelernt, und ich werde sicher mal wieder vorbeischauen!

Garage42 unternimmt eine Reise ins Neuperland

Seit Ende 2023 gibt es in Neuperlach eine neue Zwischennutzung namens Neuperland. In den Medien war in letzter Zeit schon einiges über die Events und die Pläne in Neuperland zu lesen – so sollen gerüchtehalber auch Werkstatt-Angebote in Planung sein. Also höchste Zeit für Garage42 um eine Reise ins Neuperland zu unternehmen um sich vor Ort ein Bild zu verschaffen.

Das aktuelle Neuperland Büro

Voll Vorfreude mache ich mich auf den Weg nach Neuperland, denn wieder handelt es sich bei diesem Ausflug um eine Premiere: ich hatte zuvor zwar schon in Garage42-Mission das Bundesland verlassen (zuletzt nach Berlin und davor zum #3000Garagen Festival in Chemnitz), aber das Land hatte ich für Garage42 noch nie verlassen.

Die Anreise ins Neuperland gestaltet sich für den Münchner recht bequem: rein in die U-Bahn, und nach wenigen Minuten ist Neuperlach Zentrum erreicht. Aus dem U-Bahn Zwischengeschoss wandert man dann über einen langen aber flachen Anstieg Richtung Hanns-Seidel-Platz. Auf dem Hochplateau des Platzes angekommen liegt es dann vor einem: Neuperland!

Das Neuperland Gelände: im Hintergrund erklimmt ein junger Mann die Böschung.

Ich stehe an der Reling des Hanns-Seidel-Platzes, der milde Herbstwind weht mir um die Ohren und ich lasse den Blick schweifen: wie eine Insel erhebt sich die langgezogene Landzunge Neuperlands von Ost nach West aus dem nicht vorhandenen Meer. Ich sehe viel Grün, Spielgeräte, bunte Luftballons, Klettergerüste, und in der Ferne ein exotisch wirkendes Zeltdach und einige hüttenartige Gebäude.

Ein Spielbereich in Neuperland mit Sandkasten und Kletternetz im Hintergrund

Ich umrunde das Territorium von Neuperland und sehe dabei einen Fußballplatz, einige Tischtennisplatten, bepflanzte Hochbeete und viele gemütliche Sitzmöglichkeiten. Dieses kompakte Land hat wirklich einiges zu bieten!

Das neu entstandene Containerdorf in Neuperland

Wenig später begrüßt mich Hannah in Neuperland und gibt mir eine kurze Tour über den neuesten Teil des Geländes. Am östlichen Zipfel Neuperlands wurden erst vor Kurzem weitere Container aufgestellt, die vom fernen Elisabethmarkt aus Schwabing extra hierher gebracht wurden. Überall wuseln Handwerker herum, die fleißig am Aus- und Umbau der Container arbeiten.

Ich erfahre, dass neben Gastronomie und Veranstaltungsflächen auch ein Workshop- und ein Werkstatt-Container geplant sind, in denen dann ein RepairCafe, Fahrradreparatur oder andere handwerkliche Aktivitäten stattfinden könnten.

Wir ratschen bei einem Kaffee noch eine Weile über die weiteren Pläne für Neuperland und ich merke schnell, dass zwar bis jetzt schon ein sehr interessanter Ort entstanden ist, aber dass da offenbar noch mit viel mehr zu rechnen ist.

Neuperland Impression

Ich schlendere noch ein wenig über das Gelände und knipse ein paar Urlaubsfotos. Inspiriert trete ich dann die Heimreise an, schaue nochmal zurück zur Insel Neuperland, und beschließe, dass ich dieses Land bald wieder besuchen will … und dann vielleicht mit einer Fräse im Handgepäck!

Beim Sommercamp 2025 des Verbunds Offener Werkstätten

Vom 28. bis 31. September 2025 fand im Habitat Augsburg das Sommercamp des Verbunds Offener Werkstätten statt. Eine gute Gelegenheit für Garage42 um Kontakte mit Werkstattprofis zu knüpfen, … oder auch um Knoten für sehr spezielle Sitzmöbel zu knüpfen…

Das Habitat – die offene Werkstadt im Glaspalast Augsburg


Dieses Jahr war das Habitat Augsburg der Gastgeber für das Sommercamp 2025 des Verbunds Offener Werkstätten.

Gekommen waren etwa 80 Teilnehmer aus verschiedenen Offenen Werkstätten aus ganz Deutschland und Österreich. Als Veranstaltungsort diente die mit 1600 Quadratmetern (!) sehr imposante Werkstatt des Habitats.

Tagesplanung beim Sommercamp 2025 in der Werkstatt-Halle des Habitat Augsburg

Schon am Donnerstag fanden erste Workshops statt: unter Anleitung von Britta vom FabLab Freising konnte zum Beispiel eine schicke Smartphone-gesteuerte Lichtbox gebaut werden – selbstverständlich mit Garage42 Design.

Die fertige Lichtbox mit Deckel im Garage42-Desing

Für den Freitag hatten die Gastgeber eine Radtour durch Augsburg organisiert. Die Tour führte die Fahrradgruppe mit etwa 30 Mitradlern zu sehr bemerkenswerten Orten in Augsburg: Werkraum Augsburg, Wohnzimmer im Schwabencenter, Grand Hotel Cosmopolis, sowie Bikekitchen Augsburg. Das Bikekitchen Augsburg hatte dabei viele Fahrräder für die Radtour zur Verfügung gestellt.

Zwischenhalt der Fahrradtour beim Bikekitchen Augsburg.

Bei der OpenStage am Freitag Abend gab es eine Reihe kurzer Vorträge aus dem Universum der Offenen Werkstätten. Wolfgang von der Offenen Werkstatt Gilching stellte in seinem Vortrag ein Möbeldesign für einen mobilen Bildhauer-Arbeitsplatz vor. Ein sehr schönes Beispiel für ein nachhaltiges, zerlegbares Möbel.

Zerlegbarer, mobiler Bildhauer-Arbeitsplatz
Der Bildhauer-Arbeitsplatz von unten

Auch für Samstag war ein Workshop zum Thema Möbel angekündigt: „Bau von mobilen Hänge-Outdoor-Möbeln“. Möbel – das war doch wieder genau ein Thema für Garage42!

Doch die Überraschung war groß, als sich herausstellte, dass es sich um den Bau eines Textil-Möbels handelte! Aber warum nicht? Beim Sommercamp geht es auch immer darum Neues auszuprobieren.

Ein mobiles Hängemöbel

Und so wurden Näh-Teams gebildet – mein Näh-Partner war Hartmut vom BIWAQ Programm Krefeld. Zusammen fertigten wir unter sachkundiger Anleitung und in stundenlanger Arbeit das Textil-Hängemöbel.

Das Textil-Möbel wird genäht

Während die Näherei den halben Tag dauerte, war das Verschnüren und Aufrichten der Zaunpfähle unter Anleitung von Philip von der Werkstadt Lüneburg in nur wenigen Minuten erledigt.

Philip demonstriert das Verschnüren der Zaunpfähle

Und so konnten es sich dann die Workshop-Teilnehmer nach einem langen Näh-Arbeitstag und weit nach Einbruch der Dunkelheit im selbstgenähten Hängemöbel gemütlich machen.

Probesitzen im mobilen Hänge-Outdoor-Möbel

Wegen der vielen Aktivitäten und Gespräche ging das Sommercamp 2025 rasend schnell vorbei. Für Garage42 ergaben sich viele neue Kontakte und inspirierende Gespräche und Ideen. Nochmals ein großes Dankeschön an das Habitat-Team, den Verbund Offener Werkstätten, und die vielen Helfer, die das Sommercamp 2025 ermöglicht haben!

Garage42 macht Urlaub in Berlin (2): Auf der Couch bei Van Bo Le-Mentzel

Garage42 macht Urlaub in Berlin und begibt sich dabei auf die Suche nach Inspirationen. In Urlaubs-Episode 2 besuchen wir den Autor des Buchs „Hartz-IV-Möbel“ Van Bo Le-Mentzel zum Probesitzen auf seiner Schlafcouch.

Zu Hause bei Van Bo Le-Mentzel … er hat einige Freunde eingeladen …

Wie zuletzt berichtet war Garage42 zu Urlaub in Berlin.
Berlin, Berlin – was macht man in Berlin?

Klassisches Sightseeing? Langweilig!
Leute treffen? Gute Idee!
Wer wohnt in Berlin?
Van Bo Le-Mentzel, der Autor meines Lieblingsbuchs „Hartz-IV-Möbel„!

Also: nach Berlin fahren, als wildfremder Mensch bei Van Bo Le-Mentzel an der Tür klingeln, und sich dann in seine Wohnung einladen? Theoretisch denkbar, aber nicht unser Stil. Darum musste uns der Zufall zu Hilfe kommen.

Zufälligerweise erfahren wir von einer Party bei Van Bo Le-Mentzel, die zufällig auch während unseres Berlin-Urlaubs stattfindet.

Eine Verkettung zufälliger Ereignisse – zu kompliziert, um sie hier im Detail zu erörtern – führt dazu, dass wir von Van Bo Le-Mentzel zu eben dieser Party eingeladen werden.

Überraschenderweise feiern wir zum Teil auch noch im Cafe „uppers“ gleich unter Van Bos Wohnung – dazu später mehr.

Van Bo Le-Mentzels Wohnung in Kreuzberg: das Cafe unten rechts spielt zufällig auch eine Rolle

Üblicherweise besteht eine Party aus diversen parallelen Parties in Wohnzimmer, Küche und Schlafzimmer – so auch bei Van Bos Party.

Schlafzimmerparty bei Van Bo

So plaudert Van Bo im Detail über die Features seines Schlafzimmers. Für die anschauliche Erklärung der problematischen Unterkante seines Schlafzimmerschranks benötigt er zufälligerweise eine sehr große Person.

Auf der Schlafcouch mit Van Bo

Und da sitze ich dann als sehr große Person zufälligerweise mit meinem neuen Freund Van Bo himself auf seiner Schlafcouch und lausche seinen Erläuterungen zu Raumgestaltung und Möbelbau.

Und für alle skeptischen Leser („… solche Fotos kann man heutzutage total easy mit KI generieren …“) noch der physische Beweis: mein Exemplar von „Hartz-IV-Möbel“ – jetzt mit persönlicher Widmung.

Hartz-IV-Möbel, handsigniert

Total überwältigt durch die ganzen Zufälle lassen wir uns nach der Party in die Liegestühle vor Van Bos Nachbarcafe „uppers“ fallen um die vielen Eindrücke bei einem lecker Kaffee sacken zu lassen.

A propos Kaffee im Cafe: beim Bestellen des Kaffees fällt mir sofort das Design des Cafe-Mobiliars ins Auge: der geneigte Liebhaber von Hartz-IV-Möbeln identifiziert den Sessel als Variante des 24 Euro Chair. Wer weiß, vielleicht hat Van Bo hier ja sogar selbst Hand angelegt?

24 Euro Chair im Cafe „uppers coworking“

Und so geht unser erlebnisreicher Urlaub in Berlin wieder zu Ende, und wir sind total motiviert, endlich unsere eigene Variante des 24 Euro Chair in der Garage zu fräsen!

Garage42 macht Urlaub in Berlin (1): Besuch im Haus der Materialisierung

Garage42 macht Urlaub in Berlin und begibt sich dabei auf die Suche nach Inspirationen. In Urlaubs-Episode 1 besuchen wir das „Haus der Materialisierung“ und sehen dabei Materialinitiativen, eine ReUse-Holzwerkstatt und eine Plattform für Leihen und Schenken.

Eingang zum „OTTO“ am „Haus der Materialisierung“ hinter dem „Haus der Statistik“

Bei Garage42 wurde es Zeit für etwas Erholung und Tapetenwechsel. Der Urlaubsort sollte Berlin sein, weil Berlin immer wieder eine Reise wert ist, und weil sich die Hauptstadt ohnehin permanent ändert, so dass man dort alle paar Jahre mal vorbeischauen sollte.

Und so steht man dann am Alexanderplatz, lässt den Blick schweifen, und bleibt dann am Schriftzug „Allesandersplatz“ am „Haus der Statistik“ hängen.

Alles wird anders im „Haus der Statistik“ am Alexanderplatz

Plakate am Bauzaun klären dann den Passanten über das Modellprojekt „Haus der Statistik“ auf. Dabei typisch für die Berliner Dynamik: die Illustration auf dem Plakat wurde bereits vom Projektfortschritt überholt. Das „Haus der Materialisierung“ steht inzwischen leer, und die Initiativen sind allesamt ins „OTTO“ in der Otto-Braun-Straße umgezogen.

Bauzaun-Plakat mit Details zum Modellprojekt „Haus der Statistik“

Aber was ist jetzt dieses Modellprojekt „Haus der Statistik“, das „Haus der Materialisierung“ und das „OTTO“? Eine Führung mit Nikolai Wolfert von Cosum verschafft Klarheit.

Eingang zum Gebrauchtmaterial-Markt „Kunst-Stoffe“

Wir starten bei der Material-Initiative „Kunst-Stoffe“ – ein Gebrauchtmaterial-Markt, von dem es eine weitere Filiale im Stadtteil Pankow gibt. Die Auswahl ist beachtlich – wir lassen die Blicke schweifen und sehen alles was das Bastlerherz begehrt: gebrauchte Kanthölzer, Holzplatten, Latten, Balken, Metalle, Eisenwaren, Textilien, Folien, Kunststoffe, …

Einblick in das Materialangebot bei „Kunst-Stoffe“

Die Tour geht weiter: wir kommen an einer offenen Textilwerkstatt vorbei in der gerade fleißig genäht wird und treffen schließlich auf die Initiative „BAUFACHFRAU Berlin e.V.“.

Eingang zur BAUFACHFRAU-Werkstatt

BAUFACHFRAU ist ein Qualifizierungs- und Bildungsträger für Frauen in Bau- und Ausbauberufen. Im Haus der Materialisierung betreibt BAUFACHFRAU eine ReUse-Holzwerkstatt, in der aus dem Gebraucht-Material von „Kunst-Stoffe“ nachhaltige Möbel entstehen können.

Als wir mit unserer Führung vorbeikommen wird gerade in der Werkstatt ein Benutzer in die Bedienung einer Oberfräse eingewiesen. Hier bekommt man also auch noch die nötige fachkundige Unterstützung für eigene Möbelprojekte.

Die ReUse-Holzwerkstatt bei BAUFACHFRAU

An dieser Stelle macht es bei mir „klick“ im Kopf: hier im Haus der Materialisierung konzentrieren sich an einem Platz wirklich alle Initiativen die für die Entstehung von nachhaltigen Produkten nötig sind – was für ein besonderer Ort!

Zum Abschluss der Rundtour stellt uns Nikolai noch seine eigenen Initiative Cosum vor: Cosum bietet eine Online-Platform für nachhaltiges Leihen und Schenken. Hier kann man sich zum Beispiel Werkzeuge, aber auch viele andere Produkte ausleihen.
Die Abholung erfolgt unkompliziert über Schließfächer im „Haus der Materialisierung“, die von Nikolai befüllt werden.

Damit endet die Tour im „Haus der Materialisierung“ und wir sind recht begeistert von dem was wir gesehen haben! Ein echtes Vorbild dem man auch in München und in anderen Städten nacheifern sollte. Unser Fazit: am Alexanderplatz im Haus der Statistik wird wirklich alles anders – der Schriftzug auf dem Haus ist nicht übertrieben!

Berlin, wir kommen wieder!

Das war das #3000Garagen-Festival in Chemnitz mit Garage42

Am vergangenen Wochenende feierte Chemnitz als die Kulturhauptstadt Europas 2025 das #3000Garagen-Festival. An diversen Garagen-Schauplätzen in der Chemnitzer Innenstadt war so einiges geboten. Im Garagenhof Harthweg konnten die zahlreichen Besucher Fräs-Erfahrungen mit Garage42 machen und dabei kreativ an eigenen Mini-Garagen basteln.

Das #3000Garagen Festival am Garagenhof Harthweg

Dieses Jahr war es schon fast Tradition, dass das Projekt Garage42 eine Exkursion nach Chemnitz – der heimlichen Garagenhauptstadt Deutschlands – unternimmt. Chemnitz richtet 2025 als Kulturhauptstadt Europas eine Vielzahl von Veranstaltungen aus – darunter auch das #3000Garagen-Festival. Nach dem Auftritt von Garage42 beim KOSOMOS Chemnitz 2024 fragten die Organisatoren auch 2025 wieder an, ob man eine Runde Garagenfräsen möglich machen könne, und da waren wir natürlich wieder gerne mit dabei.

Doch vor dem #3000Garagen-Festival wollten zunächst einige Chemnitzer Garagen-Schauplätze in Chemnitz erkundet werden, wie zum Beispiel die #3000Garagen Ausstellung im Garagen Campus.

Die #3000Garagen Ausstellung im Garagen Campus

In der #3000Garagen Ausstellung gab es unter Anderem selbstgebaute DIY-Konstruktionen wie Seifenkisten oder Transportwägen aus Chemnitzer Garagen zu sehen, aber auch ausdrucksstarke Fotografien aus der Garagen-Community von der Fotografin Maria Sturm.

Auch weitere Garagenhöfe in Chemnitz öffneten Ihre Garagentore für die Öffentlichkeit, so zum Beispiel der Garagenhof Ahornstraße, wo die Videoinstallation „Innenlandschaften“ von Klaus Pobitzer einen Eindruck vermittelte, wie es in Chemnitzer Garagen so zugeht. Beim Video schauen und Bier trinken, kam man schnell mit den Chemnitzer Garagenbesitzern ins Gespräch, wobei sich so manche offene Frage zur ostdeutschen Garagenkultur klären ließ.

Videoinstallation „Innenlandschaften“ im Garagenhof Ahornstraße.

Am Sonntag ging es dann endlich los für Garage42: auf dem #3000Garagen-Festival startete die Werkstatt für Mini-Garagen, bei der DDR-Garagen „Modell Dresden“ gebaut werden konnten. Mit von der Partie war wieder Uwe Bodenschatz vom Kulturwerk Schneeberg, der per Lasercutter 100 Garagen-Bausätze vorbereitet hatte und für ständigen Nachschub sorgte.

Robert und Uwe in ihrer Garagenbastelbude

In gewohnter Manier konnten wieder viele kleine und große Garagenbastler ihre ersten Fräserfahrungen mit Garage42 machen.
Musikalisch untermalt wurde die Bastelei durch ein vielfältiges Musikprogramm auf der Hauptbühne. Darunter „The Nosebleeds“ aus Trnava (Slowakei), die natürlich Garage Rock spielten, und zwar mit bemerkenswertem Schalldruck, so dass der Gehörschutz beim Fräsen komplett sinnlos wurde.

Erste Fräserfahrungen mit Garage42

Das Wetter sorgte während des Garagen-Festivals für drei heftige Regengüsse, was aber nur für kurze Unterbrechungen der Garagenbastelei sorgte.

Konzentriertes Garagenbasteln zwischen den Regengüssen, unterstützt durch die vielen Volunteers.

Und weil alle so fleißig bastelten, waren mehr als hundert Garagenbausätze schon kurz vor Ende des Festivals vergriffen.

Das Fazit: Chemnitz hat mit dem Programm zu #3000Garagen offenbar einen Nerv bei den vielen Besuchern getroffen. Chemnitz hat eine extrem lebendige Maker- und Garagenkultur, die durch die vielen Aktionen der Kulturhauptstadt 2025 Chemnitz sicher nochmals ordentlich Rückenwind bekommen wird. Die Kunst bei Garage42 wird sein, diese ganz besondere Selbermach-Community-Kultur irgendwie auch nach München transferiert zu bekommen.