Die Workshops in Nachbarschaft München/Solln gehen weiter! Weitere Nachbarn sammelten gleich nebenan beim Garagen-Fräsen-Kurserste Fräs-Erfahrungen.
Frühling in der Pilot-Garage München/Solln
Nach der Garagen-Workshop Premiere bei noch frostigen Temperaturen, starteten die nächsten Fräsen-Workshops nun bei frühlingshaften Temperaturen. Einige Nachbarn aus der unmittelbaren Umgebung waren der Einladung zum Fräsen in die Garage gerne gefolgt.
Viele der Nachbarn haben zwar bereits eigene kleine „Privat-Werkstätten“ im Keller oder im Gartenhaus, aber digitales Fräswerkzeug ist in solchen Werkstätten eher selten zu finden. Dementsprechend groß war das Interesse an der digitalen Technik, und schnell stellte sich dabei auch heraus, dass miteinander Handwerken mit anderen Hobbybastlern auch viel mehr Spaß macht.
Ein Nachbar beim erstmaligen Fräsen mit einer digitalen Fräse
Und so machten sich die Nachbarn zunächst mit der ungewohnten Fräse vertraut und produzierten dabei erste hochpräzise Fräs-Ergebnisse.
Konzentriertes Fräsen
Durch das Fräsen waren die Nachbarn schnell inspiriert und diskutierten welche Projekte man mit so einer Fräse wohl umsetzen könnte. Anhand von Anschauungsbeispielen wurden die Fräsmöglichkeiten mit Plattenware und Kanthölzern besprochen.
Erinnerungs-Fotos vom ersten Fräsen
Nach der zweistündigen Fräsen-Einführung waren sich dann alle Teilnehmer einig, dass es unbedingt wieder einen Fräsen-Termin in der Nachbarschafts-Garage braucht, um weitere Projekte auszuprobieren.
Am Wochenende des 7.6.2025 geht Garage42 wieder auf Reisen: wie schon im Jahr 2024 wird ein Garagen-Workshop stattfinden, aber diesmal in ganz großem Maßstab. Auf dem Gelände des Chemnitzer Garagenhofs Harthweg mit seinen dutzenden Garagen, wird drei Tage lang die ostdeutsche Garagenkultur gefeiert.
Austragungsort des #3000Garagen-Festivals: Garagenhof Harthweg, Chemnitz. Kartendaten: OpenStreetMap
Schon letztes Jahr hatte Garage42 für einen Garagen-Workshop einen kleinen Abstecher ins benachbarte Chemnitz gemacht (wie hier berichtet). Dieses Jahr legen wir noch eins drauf, denn Chemnitz ist 2025 Kulturhauptstadt Europas, und feiert nun die ostdeutsche Garagenkultur in großem Stil.
Alle Chemnitz-Besucher sind vom 6.6.2025 bis zum 8.6.2025 zum #3000Garagen-Festival auf dem Gelände des Garagenhofs Hartweg eingeladen. Auch Garage42 wurde dafür wegen eines Fräsen-Workshops angefragt, und da muss man natürlich mit dabei sein.
Auf OpenStreetMap betrachtet wirkt das Gelände des Garagenhofs schon mal sehr beeindruckend: dutzende Garagen reihen sich aneinander – geschätzt schon so um die 300 Garagen. Geplant ist ein dreitägiges Event mit viel Musik, Lesungen, Talkshows und Workshops.
Garage42 wird zusammen mit Uwe Bodenschatz eine der Garagen mit einem Workshop bespielen. Also: falls sie nächstes Wochenende noch nichts vor haben, dann kommen sie doch einfach am Sonntag, 8.6.2025 zwischen 12:00 und 18:00 zum Fräsen beim #3000Garagen-Festival in Chemnitz vorbei … oder lesen sie demnächst hier im Blog den Bericht wie es war!
Das Jahr 2025 startet mit einer Premiere: in der Nachbarschaft München/Solln fand der erste Garagen-Workshop statt! Mit von der Partie waren zwei unerschrockene Versuchs-Teilnehmer aus dem FabLab München, die schon immer mal an einem Garagen-Fräsen-Kurs teilnehmen wollten.
Die Garage42 Pilot-Garage kurz vor dem Workshop
Es war ja eine Weile recht ruhig hier im Garage42 Blog. Nicht etwa weil nichts passiert wäre, sondern weil sich im Hintergrund unglaublich viel getan hat. Und wenn sich viel tut, dann fallen Tätigkeiten wie bloggen gerne mal hinten runter. Aber Ehrenwort: der Bericht über die Geschehnisse der letzten Monate wird demnächst noch in umgekehrter chronologischer Reihenfolge nachgereicht.
Für den Moment nur so viel:
zuerst hat sich bei der finanziellen Ausstattung von Garage42 was getan
deswegen hat sich kurz danach bei der Werkzeug-Ausstattung was getan
was dazu führte, dass wegen des Werkzeugs auch viel für die Garagen-Ausstattung getan werden konnte
so dass letztendlich ein erster Garagen-Workshop möglich wurde
Und so wurde dann zügig die Garage für den Workshop vorbereitet, ein Termin identifiziert, ein Ticket-Shop eingerichtet und ein Test-Publikum aus dem FabLab München eingeladen. Und so sehen die beiden Test-Teilnehmer dann aus:
Die Teilnehmer des ersten Garagen-Workshops
Da der März dieses Jahr noch relativ frostig war, fand der Theorie-Teil des Workshops noch in der Küche neben der Garage42-Werkstatt statt. Dort gab es zunächst eine kurze Einführung zum Thema „fräsen mit der Oberfräse“, bevor es dann um das Hauptthema ging: „CNC-Fräsen mit der Shaper Origin“.
Fräsen-Grundlagen am Küchentisch erklärt
Für den Praxis-Teil zog der Workshop dann nach nebenan in die Garage um, wo die beiden Teilnehmer selbst Hand an die Fräse anlegen durften. Die frischen Temperaturen spielten dabei keine größere Rolle, weil es den Teilnehmern beim konzentrierten Fräsen schnell warm wurde.
Fräsen-Praxis in der Garage42 Pilot-GarageFräsen-Praxis in der Garage42 Pilot-Garage
Nach zwei Stunden Workshop hatten dann alle Teilnehmer ihr Erstlingswerk gefräst, und der Workshop-Schauplatz „Garage“ hatte seine Premiere mit Bravour bestanden.
Unser Fazit: Fräsen-Theorie am Küchentisch lernen? Mal was neues! Erste Fräsen-Praxis in der Garage? Muss man mal erlebt haben! Der nächste Garagen-Workshop kann also kommen!
Das vergangene Wochenende stand für Garage42 ganz im Zeichen des KOSMOS Chemnitz 2024. Auf der Schlossteichinsel konnten zahlreiche kleine und große Besucher ihre ersten Fräs-Erfahrungen machen. Dabei entstanden in der mobilen Garage des Projekts #3000Garagen viele kreativ gestaltete Mini-Garagen.
Garage42 in der mobilen Garage des Projekts #3000Garagen
Das Projekt Garage42 unternahm am vergangenen Wochenende einen kleinen Ausflug. Einfach die Fräse zusammen mit Workshop-Ausrüstung schnell auf eine Sackkarre geschnallt, zum Hauptbahnhof München gerollert und schon ging es für einen Garagen-Workshop nach Chemnitz.
Das Garage42 Workshop-Equipment am Hauptbahnhof München
Warum nochmal richtet das Münchner Projekt Garage42 einen Workshop in einer anderen Stadt aus? Noch dazu in einem anderen Bundesland, und das Ganze knapp 400 Kilometer von München entfernt? Schon komisch, oder?
Mitnichten. Es ist ja so, dass Garage42 auch weiter entfernte Stadtviertel erreichen will. Gut, die Viertel in München sind nicht 400 Kilometer entfernt. Aber wer hin und wieder München komplett durchqueren muss, der weiß, dass es sich gerne mal wie 400 Kilometer anfühlen kann.
So gesehen ist ein weit entfernter Workshop ein optimaler Test, um zu prüfen, ob das Workshop-Konzept auch in einer anderen Stadt, oder gar in einem anderen Bundesland funktionieren kann.
Aber zurück zur Reise zum KOSMOS Chemnitz 2024: die Fräse erreichte also nach kurzer Zeit ihr Ziel am Hauptbahnhof Chemnitz. Was gab es dort nun auf dem KOSMOS 2024 zu sehen und zu erleben?
Das Garage42 Workshop-Equipment am Hauptbahnhof Chemnitz
Das Team von Chemnitz2025, Projekt „#3000Garagen“ (Agnieszka, Ann-Kathrin und Michelle) hatten eine mobile Garage (!) im authentischen DDR-Garagenlook auf die Schlossteichinsel verfrachtet, um dort einen Workshop zum Basteln von Mini-Garagen möglich zu machen. Mit dieser Aktion bereitete „#3000Garagen“ den Chemnitzer Garagen auf dem KOSMOS 2024 eine prominente Bühne, um auf deren Bedeutung als Kulturgut und Kreativlabore aufmerksam zu machen.
Die mobile Garage des Projekts #3000Garagen auf dem KOSMOS Chemnitz 2024Michelle vor der Garage
Mit von der Partie war auch Uwe Bodenschatz vom Kulturwerk Schneeberg. Er hatte hatte für den Workshop per Lasercutter viele, viele Bausätze für Mini-Garagen vorbereitet und sorgte mit dem mitgebrachten Lasercutter für ständigen Nachschub.
Uwe beim Lasercutten
Der Plan: die KOSMOS-Besucher sollten sich beim Workshop ihre ganz individuelle Mini-Garage bauen können. Angesprochen waren alle Besucher, die Spaß am Basteln haben: Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Frauen, Männer und alle dazwischen.
An Station 1 konnten die Besucher die Bauteile bei Uwe abholen …
… um dann an Station 2 die Bauteile per Fräse mit individuellen Motiven zu gravieren …
… und sie danach an der Malstation mit Stiften aufzuhübschen und zu montieren.
Zwei stolze Bastler mit ihrer selbst gestalteten Mini-Garage… weitere Garagen-Kreationen
Der Workshop war ein voller Erfolg – in sechs Stunden fanden die vorbereiteten Bausätze dankbare Abnehmer. Die Fräs-Station kam dabei sehr gut an. Viele Teilnehmer hatten zuvor noch nie gefräst, konnten aber trotzdem in nur 10-15 Minuten die Bedienung der Fräse erlernen und ihr erstes Bauteil gravieren.
Insgesamt hatte das Garagenteam viel Spaß bei der Veranstaltung, und konnte gleichzeitig Erfahrung für kommenden #3000Garagen-Veranstaltungen bei „Chemnitz 2025“ sammeln.
Garage42 bedankt sich nochmals für die Einladung zum KOSMOS 2024!
Am 8.6.2024 geht Garage42 auf Reisen: es geht zum Garagen-Workshop beim KOSMOS Chemnitz 2024. Chemnitz? Garage42 ist doch ein Münchener Projekt, warum jetzt Chemnitz? Beim KOSMOS Chemnitz wird der Start des Projekts #3000Garagen stattfinden. Thematisch also für Garage42 ein Volltreffer, und damit ein guter Grund sich mit einer etablierten Garagen-Community zu vernetzen!
Garage42 ist nicht nur ein Werkstattprojekt, sondern vor allem auch ein Community-Projekt. Daher halten wir ständig die Augen offen, um uns mit weiteren Initiativen mit ähnlichen Zielen zu vernetzen.
Und so wurden wir schon letztes Jahr auf das Projekt #3000Garagen in Chemnitz aufmerksam. Chemnitz wird sich 2025 als die Kulturhauptstadt Europas feiern, und hat dafür eine Reihe von Projekten gestartet. Beim Projekt #3000Garagen soll die langjährige Geschichte der Garagenkultur in den östlichen Bundesländern aufgegriffen und neu belebt werden. Thematisch also ein Volltreffer, so dass es nahe lag Kontakt aufzunehmen.
Doch wie können Münchner Garagen und Werkstätten bei den Feierlichkeiten in Chemnitz mitwirken? Über dieser Frage sind wir noch am Grübeln. In der Zwischenzeit starten wir schon mal mit einer kleinen Kooperation beim KOSMOS Chemnitz 2024. Der KOSMOS Chemnitz ist ein Festival für Demokratie, eine Plattform für Diskussionen, und nicht zuletzt ein großes Kulturfestival mit viel Musik und Events mitten in Chemnitz.
Das erste „24 Module Holz“ ist unlängst fertig geworden. Im Praxistest zünden wir jetzt die nächste Stufe und prüfen, ob das „24 Module“ auch als kompakter Arbeitsplatz taugt um weitere Möbel zu fräsen.
Kürzlich habe ich über die Fertigstellung des „24 Module Holz“ berichtet. Heute gehen wir den nächsten Schritt und sehen uns genauer an, ob das „24 Module“ auch tatsächlich als Arbeitsplatz für die Garagenwerkstatt taugt.
Man könnte schon seine Zweifel haben, wenn man diesen kompakten Holzwürfel mit seinen 60 cm Kantenlänge so sieht.
Sitzt man da nicht arg tief?
Steht das „24 Module“ beim Arbeiten stabil?
Kann man wirklich auf einer so kleinen Tischfläche vernünftig arbeiten?
Aber wir wollen nicht lange herumrätseln – ich probiere es einfach aus. Im ersten Schritt teste ich, wie das „24 Module“ mit der Shaper Workstation harmoniert.
Die Grundplatte der Workstation passt genau auf das „24 Module“ – rechts und links von der Workstation Grundplatte bleibt auf dem Arbeitstisch sogar noch etwas Platz, so dass beim Arbeiten das Fräsen-Werkzeug (T-Schlüssel, Gabelschlüssel, Fräser) gut abgelegt werden kann.
24 Module mit montierter Shaper Workstation und Shaper Origin
Die Grundplatte ist schnell mit zwei Einhandzwingen an der Arbeitsplatte fixiert. Beide Zwingen finden dabei ihren perfekten Platz zum Festspannen an der Unterseite. Die Mutter der Verschraubung des „24 Module“ ist dabei nicht im Weg.
Perfekt passende Fixierungspunkte für die Zwingen
Im zweiten Schritt montiere ich noch Frontplatte, Stützarme und Stützleiste der Workstation. Damit ist der Arbeitsplatz vorbereitet, und die Fräse kann abgestellt werden. Das „24 Module“ steht dabei bombenfest auf dem Untergrund – nichts wackelt.
Im Inneren des „24 Module“ findet jetzt noch wunderbar der Bodenstaubsauger Platz den wir beim Fräsen für die Absaugung der Holzspäne brauchen. Damit ist der Arbeitsplatz komplett und es kann mit dem Fräsen begonnen werden.
Wir machen zum Start gleich einen Extremtest: wie viel bzw. wie wenig Platz braucht es, um einen Fräs-Arbeitsplatz mit dem „24 Module“ aufzubauen? Reicht zum Beispiel die Fläche eines kleinen Balkons mit – sagen wir mal 1 Meter auf 2,20 Meter?
Zufällig habe ich gerade so einen Balkon griffbereit und bauen alles auf. Als Sitzmöbel wähle ich einen Badezimmer-Hocker, nehme Platz und fräsen kurze Zeit später schon los, so dass die Holzfasern nur so herumwirbeln.
Ein Balkon-Kompaktarbeitsplatz auf weniger als 2 Quadratmeter
Ich fräse einige Beispiel-Werkstücke für meinen nächsten Workshop und merke schnell: das funktioniert alles wunderbar- der Praxistest mit „24 Module“ ist bestanden!
Freiluftfräsen auf dem Balkon
Eine Weile sitze ich noch an meinem neuen Fräs-Arbeitsplatz auf dem Balkon und denke an Ken Isaacs – den Designer des „24 Module“. Hätte er es für möglich gehalten, dass ich heute hier auf meinem Balkon mit einer computergesteuerten Fräse sitze, ein „24 Module“ als Arbeitstisch benutze und damit in Windeseile die Bauteile für weitere „24 Module“ herstellen könnte?
Er hätte es wohl damals (1974) nicht für möglich gehalten, aber ich denke es würde ihm gefallen. Oder um es mit seinen eigenen Worten aus diesem Video auszudrücken:
„It sounds Olympian but the real worth of that stuff is some young person picking up on it and causing them to do something … but not that thing … it can be something else and that’s what important to me.“
Mission accomplished Mr. Isaacs: ich bin zwar kein junger Mensch, der die Idee von „Living Structures“ aufgreift, aber ich denke wir sollten wirklich zusammen viele neue Dinge aus Ihre Design-Ideen machen!
Machen sie doch mit – in ihrer Nachbarschaftswerkstatt.
Garage42 ist immer auf der Suche nach Ideen für neue Möbeldesigns. Da kam dieser Kurs der Volkshochschule München gerade recht: „Wie entwirft man einen innovativen Stuhl?“. Ja eben, wie macht man das eigentlich? Lesen sie selbst wie es mir im Kurs ergangen ist, und was am Ende dabei herauskam.
Prototypen-Design eines … ja, was ist das eigentlich? Auflösung weiter unten.
Die Volkshochschule München ist ja bekannt für ihr breit gefächertes Angebot an hochwertigen Kursen. Daher lohnt sich immer ein Blick ins aktuelle Kursprogramm.
Und so stieß ich dann auf den Produktdesign-Kurs „Wie entwirft man einen innovativen Stuhl?“ mit Kursleiterin/Produktdesignerin Jennifer Rieker. Die Kursbeschreibung klang interessant (Kreativitätstechniken, Zeichnen, Prototypen basteln), so fackelte ich nicht lang, buchte den Kurs, und saß am Wochenende mit neun anderen Teilnehmern gespannt im Kursraum an der Einsteinstraße.
Nach einem einführenden, historischen Überflug zum Thema Stuhl-Designs ging es mit den Grundlagen der Design Thinking Methode los, die auch gleich praktisch erprobt wurde. Es folgten weitere Kreativitätstechniken, die alle das Ziel hatten möglichst viele neue Ideen zu produzieren. Das eindrucksvolle Ergebnis: am Ende des Tages waren alle Wände des Kursraums voller Post-Its mit den verrücktesten Ideen für Stuhl-Designs.
Der zweite Kurstag war dann der detaillierten Ausarbeitung von ausgewählten Ideen gewidmet, wobei auch ein Prototyp gebaut werden sollte.
Zum Warmwerden stellte uns die Kursleiterin zunächst die Aufgabe, mit einer Hand voll Spaghetti und einem Streifen Klebeband einen Stuhl zu bauen, der einen kleinen Stein tragen kann. Meinen Entwurf ist im Bild oben zu sehen. Ich gebe offen zu, dass der Stein nur durch Zufall getragen wurde, weil der Stuhl bei Belastung auf derart günstige Art und Weise in sich zusammenfiel, dass der Stein den Boden nicht berührte. Na ja, das muss man auch erst mal so hinbekommen.
Zurück zum Prototypenbau: ich hatte mir als Design schon vorab „Sedia Uno“ von Enzo Mari ausgewählt, weil ich diesen Stuhl bald gerne nachbauen würde. Den Stuhl schon mal in klein gebaut zu haben, war eine hilfreiche Übung.
Prototyp des Stuhldesigns „Sedia Uno“ von Designer Enzo Mari
Auch die Prototypen der anderen Kursteilnehmer gelangen sehr gut wie das Foto unten beweist.
Die fertigen Stuhl-Prototypen aller Kursteilnehmer
Alles in Allem: ein sehr lehrreicher und unterhaltsamer Kurs, der wohl vor Allem deswegen zu so überraschenden Ideen geführt hat, weil die Teilnehmer einen sehr unterschiedlichen Hintergrund hatten, so dass sich ein spannender Mix verschiedenster Ideen ergab.
Diese Woche fand das Netzwerktreffen „Manufaktur 8 Bürgerbeteiligung und Partizipation“ der Münchner Initiative Nachhaltigkeit (MIN) statt. Garage42 war erstmals mit dabei und es ergaben sich interessante Kontakten und neue Impulse.
MIN Manufaktur 8 Treffen
Die Münchner Initiative Nachhaltigkeit (MIN) ist ein Zusammenschluss von überwiegend zivilgesellschaftlichen Organisationen, die sich für das Thema Nachhaltigkeit einsetzen. MIN will durch den Zusammenschluss mehrerer Organisationen den Einfluss auf die Stadtregierung- und Stadtverwaltung verstärken und die Zusammenarbeit verbessern.
Ich hatte früher schon kurz von MIN gelesen, habe dabei aber noch keinen konkreten Anknüpfungspunkt für Garage42 gesehen. Erst als mir kürzlich wieder die Teilnahme an einer Veranstaltung von MIN empfohlen wurde, bin ich neugierig geworden und habe an der Netzwerktreffen Manufaktur 8 teilgenommen.
Die Teilnehmer der Veranstaltung waren bunt gemischt und von unterschiedlichen Organisationen wie Caritas, Münchner Forum oder der Anstiftung. Meine erste Vermutung wäre gewesen, dass das Thema „Nachbarschaftswerkstatt“ in dieser Runde eher ein Exotenthema sein würde. Das Gegenteil war der Fall: nachdem ich in der kurzen Vorstellungsrunde die Idee hinter Garage42 kurz umrissen habe, ergaben sich später einige interessante Kontakte und Ideen für mögliche Kooperationen.
Das für mich spannendste Projekt war „Gutes Leben im Quartier„, das MIN in diesem Jahr vorantreiben wird. Dabei wird es darum gehen verschiedene Quartiersinitiativen miteinander zu vernetzen, so dass sich hier auch schöne Andockpunkte für das Projekt Garage42 ergeben könnten.
Meine erste Teilnahme in der MIN Manufaktur 8 hat sich also sehr gelohnt, und ich werde zukünftig sicher noch öfter bei den Netzwerktreffen teilnehmen!
Das Design „24 Module Holz“ geistert ja schon längere Zeit durch diesen Blog, wurde aber bisher nie gebaut. Darum wurde es höchste Zeit die Fräse anzuwerfen, und das erste 24 Module Holz seiner Art zu fräsen. Lesen Sie selbst, wie es mir dabei ergangen ist.
Das Design „24 Module Holz“ dient mir immer wieder als Beispiel, um die Vorzüge von modularen und zerlegbaren Möbeln zu demonstrieren. Daher wurde es höchste Zeit, das 24 Module anzufertigen, so dass man nicht nur darüber reden, sondern beim Reden auch auch darauf sitzen kann.
Das Material für 24 Module ist schnell beschafft: Quadratleisten, Sperrholzplatte und einige Schrauben mit Muttern und Scheiben. Der Zuschnitt der Quadratleisten geht auch schnell von der Hand. Sogar mit einer Japansäge sind die 12 Teile relativ schnell zugeschnitten. Allerdings sollte man beim Zuschnitt besonderes Augenmerk auf die exakten Längen liegen. Daher empfiehlt sich ein grober Zuschnitt, gefolgt von exaktem, winkligem Zuschleifen per Bandschleifer.
Mit den zugeschnittenen Teilen kann dann gleich mit dem Fräsen gestartet werden. Doch Moment: die Konstruktion sieht so simpel aus, dass man leicht übersieht, dass sich die Frästaschen bei den einzelnen Teilen leicht unterscheiden. Man ist daher gut beraten, die Teile zu nummerieren, und immer eine schematische Zeichnung aller Teile zur Hand zu haben. Aus der Zeichnung geht hervor, welches Teil wie zu fräsen ist – siehe Zeichnung unten.
Die Besonderheit beim Fräsen: der Fräser ist in der Regel nicht lange genug, um in einem Rutsch die 40 mm Quadratleiste zu durchbohren. Daher erfolgt die Bohrung in zwei Etappen von vorne und von hinten. Man möchte meinen, dass es dabei große Ungenauigkeiten gibt, aber die Shaper Workstation ermöglicht exakte Anschläge, und die Shaper Origin hat eine hohe Wiederholgenauigkeit. So kann es zwar zu kleinen Ungenauigkeiten kommen, die aber im Sub-Millimeterbereich liegen.
Sind die Teile fertiggefräst, dann geht es an die Montage. Es ist eine wahre Freude, wie genau die Schrauben passen. Je mehr Teile man montiert, desto starrer wird das 24 Module, doch es kam bei der Montage nie zu Verklemmungen – alles passte perfekt.
Schließlich noch den die Sperrholzplatte als Sitzfläche bzw. Tischplatte – fertig!
Stellt sich nur noch die Frage, wofür das 24 Module nun zum Einsatz kommen wird. Das wird an dieser Stelle noch nicht verraten, nur soviel: das 24 Module wird in meiner Werkstatt demnächst noch eine wichtige Funktion bekommen.
Für das Design „24 Module Holz“ braucht man nicht nur Holz, sondern für die Montage auch eine ganze Menge Schrauben, Muttern und Scheiben. Ein schöner Anlass, um mal wieder in Münchens Traditions-Schraubenladen „Schrauben Preisinger“ einzukaufen! Diesmal war der Einkauf besonders interessant, denn beim Kauf habe ich auch die Frage angeschnitten, ob sowas wie eine Zylinderkopfschraube überhaupt nachhaltig sein kann. Was man mir hierauf wohl geantwortet hat?
Schrauben Preisinger in der Münchner Innenstadt
Demnächst steht ja die Herstellung des Designs „24 Module Holz“ an, so dass dafür erst noch alle nötigen Teile gekauft werden müssen. Für das Design braucht man immerhin 24 Zylinderkopfschrauben samt Muttern und Scheiben. Bei dieser Menge lohnt es sich daher auch kritischer auf den Preis zu schauen.
Im Baumarkt sind Schrauben gerne mal etwas überteuert, so dass dann meist nur noch das Internet bleibt … es sei denn man wohnt in München, wo es noch einen Traditions-Schraubenladen gleich um die Ecke beim Viktualienmarkt gibt: den Schrauben Preisinger. Jeder alteingesessene Münchner kennt diesen Laden, den es bereits seit über 100 Jahren (1921) gibt.
Was das Einkaufserlebnis bei Schrauben Preisinger angeht: ich muss immer wieder schmunzeln, wenn ich dort einkaufe. Die Verkäufer sind absolute Profis und der Großteil der Kunden dürften ebenfalls Profis sein (Handwerker). Zu den Kunden zählen aber auch die Hobbytüftler, Schulkinder oder Rentner aus der Nachbarschaft, die dann eben nicht die DIN-Bezeichnung jeder Schraube kennen. Und bei Verkaufsvorgängen mit solchen Kunden gibt’s dann meistens was zu schmunzeln, wenn der Verkäufer-Profi versucht, die Laien-Bestellung in eine DIN-Norm zu übersetzen. Bei Schrauben Preisinger nimmt man sich aber gerne noch die Zeit um individuell auf die Kunden einzugehen.
Für meine eigene Schrauben-Bestellung war ich gut vorbereitet: ich hatte alle DIN-Normen für Schrauben, Muttern und Scheiben parat, so dass die Bestellung schnell erledigt war.
Dann kam der spannende Teil des Einkaufs. Ich fragte einfach geradeheraus: „Dürfte ich noch wissen, wo die Schrauben genau herkommen? Ich interessiere mich nämlich für Lieferketten.„ „Ja freilich“ sagt der junge Mann hinter dem Tresen – ganz so, als ob er so merkwürdige Fragen jeden Tag zu hören bekommt. Er tippt die drei Artikelnummern in seinen Computer und antwortet „Also: Schrauben China, Muttern Malaysia und Scheiben Indien„.
Ich staune nicht schlecht, dass ich hier ohne Probleme diese Informationen bekomme. Meine Neugier ist geweckt, und ich erkundige mich, ob es nicht auch Lieferanten aus Deutschland gäbe. Ja, die gäbe es vereinzelt schon, aber die Produkte seien eben zu teuer und zum Teil auch von zu schlechter Qualität. Ich staune noch mehr.
Dann plaudern wir noch eine Weile darüber, wie Schrauben Preisinger zu seinen Lieferanten kommt, und ich erfahre, dass man viel Aufwand investiert um die Produkte mit der besten Qualität in Asien ausfindig zu machen.
Und damit sind wir dann schon beim Fazit: eine regionale, nachhaltige Schraube gibt es heutzutage nicht – solche Produkte kommen inzwischen alle ausnahmslos aus Asien. Trotzdem denke ich, dass ein Möbeldesign wie „24 Module Holz“ wegen seiner Zerlegbarkeit das Attribut „nachhaltig“ verdient hat, weil hochwertige Bauteile wie Schrauben vielfach wiederverwendet werden können. Eine regionale Schraube wäre zwar eine romantische Vorstellung gewesen, ist aber in unserer globalisierten Welt eine Illusion.